Krefeld: Immer mehr Krefelderinnen in Kur
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.03.2008Krefeld (RPO). Die Zahl der Krefelder Mütter, die eine Kur in Anspruch nehmen, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. „Wir hatten in 2007 rund 40 Prozent mehr Anträge auf Mutter-Kind-Kuren als im Jahr davor“, sagt Monika Dax (50), die bei der Krefelder Caritas in der Kurberatung arbeitet. Krefeld liegt mit dieser Zahl im Trend der regionalen Caritasverbände. Auch in Aachen, Düren, Heinsberg, Schleiden und Viersen ließen sich in 2007 deutlich mehr Frauen beraten und beantragten Kuren; insgesamt im Schnitt 15 Prozent mehr als in 2006.
Gute Aussicht auf Erfolg
Grund für den Anstieg der beantragten und bewilligten Kuren ist die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2007. Sie hat die Bedeutung von Maßnahmen für Mutter und Kind betont und die Kuren zur Pflichtleistung für gesetzliche Krankenkassen gemacht. Dies hat offenbar auch viele Krefelderinnen ermutigt, nach Verordnung durch einen Arzt einen Antrag bei ihrer Krankenkasse zu stellen.
Bei der Krefelder Caritas haben insgesamt 56 Frauen die Beratung in Anspruch genommen. Monika Dax vermutet, dass zudem ein Großteil der Frauen alleine den Antrag gestellt hat. Rückschlüsse von der gestiegenen Zahl auf mögliche Überforderung der Mütter mit der Erziehung möchte Monika Dax nicht ziehen: „Das kann ganz vielfältige Ursachen haben: chronische Krankheiten, Überforderung durch Pflege der Angehörigen oder Alleinerziehung.“ In solchen Fällen stellt der Arzt eine Überweisung in eine Kurmaßnahme aus.
In den meisten Fällen sind die Antragsstellungen von Erfolg gekrönt. Die Zahl der Ablehnungen von Kuranträgen ist rückläufig. Im vergangenen Jahr musste im Regionalgebiet der Caritas in 125 Fällen Widerspruch eingelegt werden, 58 Prozent davon waren wiederum erfolgreich. Dax: „Ein Antrag auf Mutter-Kind-Kuren ist oft von Erfolg gekrönt und hat Aussicht auf nachhaltigen Gesundheitserfolg.
Monika Dax fordert, dass die Erziehung von Kindern eine größere Wertschätzung erfährt: „Ich denke, dass wenig Akzeptanz besteht, was die Arbeit von Müttern mit Kindern betrifft. Mütter können nie die Bürotür abschließen oder sich einfach mal zurückziehen.“
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