Krefeld: In die Tüt mit däm Driet
VON TANJA BUCHHOLZ - zuletzt aktualisiert: 27.08.2009Krefeld (RPO). Testweise gibt es seit gestern vier neue Hundekot-Stationen in Krefeld. In Zukunft soll der Hundekot direkt in dem Edelstahl-Eimer statt auf dem Bürgersteig landen. Die Hundelobby hält zusätzlich Bußgelder für sinnvoll.
Hunde sind insbesondere in der Innenstadt ein Problem, wenn deren Besitzer die Hinterlassenschaften auf Grünflächen und Bürgersteigen nicht entfernen. Das soll künftig besser werden. Seit gestern gibt es vier neue Hundekotstationen, zwei am Westwall zwischen Gartenstraße und Dionysiusstraße, eine an der Ecke Alter Deutscher Ring und Gladbacher Straße und eine Station im Bereich Engerskull in Bockum. Eine weitere Station soll an der Buschstraße installiert werden.
Das Projekt, das die Stadt in Zusammenarbeit mit der Hundelobby Krefeld initiiert hat, ist testweise für ein Jahr angesetzt. Man will sehen, wie die Stationen von den Bürgern angenommen werden. Rund 500 Euro kostete jede Station, an der Hundehalter sich einen Beutel ziehen und den Hundekot direkt entsorgen können. Die GSAK befüllt die Stationen mit Tüten und leert die Behälter drei Mal wöchentlich.
Hunde in Krefeld
Meldungen In Krefeld sind 10 200 Hunde gemeldet. Sie erzeugen täglich drei Tonnen Hundekot.
Tüten Abfalltüten zur Kotentsorgung sind zum kleinen Preis bei allen Bezirksvertretungs-Stellen oder bei Fressnapf zu kaufen.
Beteiligte Stadt Krefeld, Fachbereich Umwelt, GSAK, Hundelobby Krefeld.
Schutz gegen Vögel
"Die Nachfrage nach diesen Stationen war groß, auch von Seiten der Politik", betont Stadtsprecher Michael Streubel. Anders als bei normalen Abfalleimern sind die Stationen aus Edelstahl geschützt, sodass Vögel nicht an die Beutel gelangen können. Probeweise wurden verschiedene Typen von Hundekot-Stationen errichtet, das Modell "I-love-my-dog", das auch in Venlo zum Einsatz kommt, ein Hundekotbeutel-Spender und die so genannte "Dog-Station".
Hansjörg Maintz von der Krefelder Hundelobby begrüßt die Idee der Entsorgung: "Die Standorte wurden gut ausgewählt. Die Bürger suchen oft die gleichen Stellen auf, um mit ihren Hunden Gassi zu gehen. Hier können sie sich Tüten ziehen, wenn diese zu Hause vergessen wurden" Doch Maintz will noch weiter gehen und Hundehalter, die sich nicht ordnungsgemäß verhalten, mit Bußgeldern bestrafen: "Man sollte an der Station ein Piktogramm anbringen, das auf Bußgelder verweist", schlägt er vor. In Krefeld darf momentan nur der Kommunale Ordnungsdienst Bußgelder verhängen, nicht aber Politessen.
Deshalb schlägt die Hundelobby vor, Geldstrafen von maximal 50 Euro zu verhängen, um Wiederholungstäter abzuschrecken. Maintz: "Wer falsch parkt, bekommt auch ein Knöllchen." Das Modell mit den Hundekot-Stationen muss sich in Krefeld noch bewähren. Doch die ersten Probleme gab es schon an der Station am Alten Deutschen Ring. Dort wurden alle Tüten auf einmal herausgerissen und verstreut.
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