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Krefeld: Indermord: Vergessliche Zeugen

zuletzt aktualisiert: 28.11.2007

Krefeld (RPO). „Ich weiß nichts, ich kann mich an nichts erinnern“, das waren gestern die Standardaussagen der Zeugen im Prozess gegen zwei des Rachemordes an einem Landsmann angeklagte Inder. Sie sollen das Opfer getötet haben, weil es angeblich einer ihrer Frauen telefonisch ein unmoralisches Angebot unterbreitete.

Gewissenskonflikte entbinden gläubige Menschen nicht unbedingt von beruflichen Aufgaben, entschied das Freiburger Arbeitsgericht.  Foto: ddp, ddp
Gewissenskonflikte entbinden gläubige Menschen nicht unbedingt von beruflichen Aufgaben, entschied das Freiburger Arbeitsgericht. Foto: ddp, ddp

Am vierten Verhandlungstag musste zunächst die deutsche Ehefrau des bereits zu lebenslänglicher Strafe verurteilten Inders M. aussagen. Sie wollte oder konnte sich aber an nichts erinnern. Welche Strafe ihr Mann erhalten habe, sei ihr ebenso wenig präsent, wie Fakten des Verbrechens. „Die Tat liegt zwar 15 Jahre zurück, aber es handelt sich schließlich um ein absolut einschneidendes Erlebnis“, sagte der Richter daraufhin.

Frau M., deren Mann nach Indien abgeschoben wurde, gab an, bereits vor dem Geschehen, einen Schlaganfall gehabt zu haben und seither unter Gedächtnisschwund zu leiden. Der als Sachverständiger anwesende Chefarzt der Viersener Psychiatrie untersuchte die Frau in einem Nebenraum. Der Schlaganfall sei nachweisbar, referierte er danach. Wo die Grenze zwischen nicht erinnern wollen und können liege, lasse sich so schnell aber nicht klären.

Am ergiebigsten war die Aussage der Ehefrau des Inders S., in dessen Wohnung am Ostwall der erste Akt des Dramas geschah. Sie konnte einige der damals Anwesenden identifizieren und schilderte, wie das Opfer über eine fingierte Verabredung nach Krefeld gelockt wurde. Das Ehepaar G. – er ebenfalls Inder, sie Deutsche – widersprach früheren Aussagen. Frau G. behauptete gar, nie mit ihrem Mann ein Wort über das Verbrechen gesprochen zu haben, obwohl der Mann dafür eine Strafe verbüßt hat. Da platzte dem Richter der Kragen: „Sie lügen!“ Ihr Ehemann rückte ebenfalls nur spärlich mit Details heraus, die die Angeklagten schwer belasten.

Am Freitag um 9.45 Uhr wird der Prozess fortgesetzt.

Quelle: RP

 
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