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Krefeld: Industrie klagt: Energie ist zu teuer
zuletzt aktualisiert: 14.02.2012Krefeld (RP). Industrievertreter der Region haben den Besuch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Krefeld dazu genutzt, um von der Bundesregierung eine industriefreundlichere Umweltpolitik zu fordern. Das Krefelder Bündnis "Zukunft durch Industrie", das von Unternehmern, Betriebsräten und Gewerkschaften getragen wird, wies auf die Auswirkungen steigender Strompreise auf die Industrie hin. Ein Sprecher von ThyssenKrupp Nirosta warnte, die Industrie werde durch hohe Kosten, Planungsunsicherheit im Hinblick auf die Verschärfung des europäischen Emissionshandels, die Auswirkungen der deutschen Energiewende und der Gestaltung des Klimaschutzgesetzes NRW stark beeinträchtigt.
"Die Wirtschaft am Niederrhein ist besonders stark auf Rohstoffe und eine sichere Energieversorgung angewiesen" erklärte der Sprecher der "Zukunft durch Industrie"-Initiative, Lothar Brunner, zugleich oberster Personalchef bei ThyssenKrupp Nirosta. "Ein Drittel aller in Krefeld Beschäftigten arbeitet in der Industrie." Auch Chempark-Leiter Stefan Dresely und der Krefelder DGB-Vorsitzende Ralf Köpke unterstrichen die Bedeutung wettbewerbsfähiger Energiepreise für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze. Das Thema hatte vor kurzem im Zusammenhang mit der Übernahme der Edelstahlsparte Inoxum von ThyssenKrupp durch den finnischen Outokumpu-Konzern eine Rolle gespielt: Thomas Schlenz, Konzernbetriebsrat von ThyssenKrupp, hatte beklagt, dass Strom in Finnland nicht einmal halb so viel koste wie hier – dies gilt als ein Grund, warum die Finnen das Stahlwerk in Krefeld schließen wollen. Dazu erklärte gestern Rembert Horstmann, Sprecher von Inoxum Duisburg, der Anteil der Energiekosten in der Produktion habe sich in Deutschland seit 2002 verdoppelt – andere Länder aber schützten ihre energieintensiven Betriebe durch Sonderregelungen.
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