Krefeld: Jubel über Anke Engelke
VON MOJO MENDIOLA - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 12:28Krefeld (RPO). Die begnadete TV-Komödiantin ist seit 1989 Mitglied der Fred-Kellner-Band, die in der Kufa mit einer Mischung aus Soul und Karneval für Begeisterung sorgte. Wer nicht zu den Insidern gehört, die wissen, wer Fred Kellner wirklich ist und ob es ihn überhaupt gibt, der erfuhr es auch am Freitagabend in der Kufa nicht.
Wer eine karnevalistisch gefärbte Soul-Band hören wollte, kam allerdings voll auf seine Kosten. Ganz in weiß, aber vom goldenen Cowboy-Hut über die Bischofs-Mitra bis zur Vollglatze unterschiedlich "behütet", erschien eine zehnköpfige Band auf der Bühne, und der Lead-Gitarrist, der wie viele andere in dieser Kapelle auf den Namen Fred Kellner hört, hatte die funky Riffs seiner Vorbilder wirklich drauf.
Ein Rhythmus-Gitarrist, zwei Keyboarder, zwei Saxophonisten und ein Trompeter, ein Bassist, der in seinem golden abgesetzten, schneeweißen Kutschermantel und seinen "Crazy Krefeld"-Rufen jeden Prinz Karneval neidisch machte, ein Percussion-Spieler und ein Schlagzeuger waren aufmarschiert, und bei diesem Personalaufgebot sollte es noch längst nicht bleiben. Gesungen wurde reihum.
Der Erste zollte mit seinen langen Jackenfransen Sly Stone Tribut, knüpfte aber gesanglich eher an Stevie Wonder an und meisterte den Titel "Superstition" recht ordentlich. Ein anderer sang eher wie James Brown, diverse Motown- und Stax-Stars ließen nach und nach grüßen, und vorübergehend einigte man sich auf den Sound von Kleinkalibern wie Village People und Sister Sledge.
Erste weibliche Verstärkung gab es mit Anke Engelke und ihrer Schwester Susanne, beide mit schneeweißen Hot Pants-Kostümchen und Lohengrin-Helmen ausgestattet. Leider fand sich zunächst keine Tonart, in der die beiden Damen ordentlich hätten singen können. Ihr dünner Sprechgesang zu sehr eigenwillig abgefälschten Melodien kam kaum durch. Die Party-Laune im Publikum war zu dem Zeitpunkt allerdings schon so angeheizt, dass allein der Anblick der Schwestern stürmischen Jubel auslöste.
Ein echtes Pfund im Kehlkopf hatte dann wieder ein Fred Kellner und legte einen sauberen Reggae samt tollem Saxophon-Solo hin. Auch die Interpretation des Vokal-Quartetts "Papa Was A Rolling Stone", begleitet von drei zusätzlichen Geigerinnen, gelang beinah authentisch – inklusive Falsett.
Dass die Rhythmus-Gruppe permanent gnadenlos Holz hackte und die Betonungen schon so falsch vorgab, wie das deutsche Publikum ohnehin meistens mitklatscht, muss man verzeihen. Schließlich tourt die Fred Kellner Band prinzipiell nur in der Karnevals-Session.
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