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Krefeld: Kampf gegen jugendliche Komasäufer

VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009 - 16:57

Krefeld (RPO). Zwischen 50 und 80 Krefelder Jugendliche werden pro Jahr volltrunken in die Helios-Kinderklinik eingeliefert. Viele von ihnen haben sich durch „Komasaufen” um die zwei Promille angetrunken ­ das ist nahe am Tod. Um die Zahl der „Komasäufer” zu reduzieren haben sich die Drogenberatungsstelle des Caritasverbands, die Helios-Kinderklinik, der Krefelder Rettungsdienst und die AOK zu einem Bündnis gegen den Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen zusammengetan, unterstützt werden sie von SWK, Sparkasse und Cinemaxx.

Die Diakonie warnt vor dem Koma-Trinken. Foto: RPO

Am Mittwoch startet ihre neue Kampagne, eine Show, die bis Mai durch Schulen tourt. Mit dabei ist die Krefelder Rapper-Kombo „KB Crew”, die ein Lied gegen das Komasaufen geschrieben hat. Aufklärung in Krefeld ist bitter nötig: Einmal wurde ein volltrunkenes Mädchen mit der Schubkarre in die Helios-Klinik gebracht, es war von einem Feld aufgelesen worden.

Ulrich Lenssen, Leiter der Krefelder Rettungsdienste, weiß, was zurzeit bei einigen Jugendlichen in Krefeld in ist: „Alles, was sofort reinknallt.” Sei es Wodka-Red Bull oder Jägermeister-Red Bull. Jugendliche träfen sich mit dem einzigen Ziel, die Nacht im Vollrausch zu beenden. Und die Trinker würden immer jünger. Deshalb richtet sich die Kampagne vor allem an Zwölf- bis 17-Jährige.

Dabei geht es den Organisatoren nicht darum, den Alkohol grundsätzlich zu verdammen. „Das würden uns die Jugendlichen niemals abnehmen”, sagt Georg Spilles, Sozialpädagoge bei der Caritas. Schließlich trinken die Erwachsenen ihn ja auch.

„Wichtig ist, dass die Jugendlichen erkennen, wo die Grenze zwischen moderatem Alkoholgenuss und Saufen liegt”, sagt Spilles. Wobei den Schülern schon klar gemacht werde, dass man im Alter unter 16 Jahren überhaupt keinen Alkohol trinken darf. Wichtig sei, diejenigen stark zu machen, die leicht dem Gruppenzwang verfallen, und Mittrinker dazu zu bringen, auf ihre Altersgenossen zu achten ­ sie sollen rechtzeitig sagen: „Stopp, du hast genug!” Wettbewerb in der Kulturfabrik Das erste Mal wird die Aufklärungs-Show im Cinemaxx aufgeführt.

Alle Plätze sind bereits vergeben. Diese Veranstaltung ist zugleich Auftakt des Wettbewerbs, an dem sich Schulen und Jugendzentren mit Filmen, Musik oder Theater beteiligen können. Die besten Beiträge, die bis zum 1. Mai eingereicht sein müssen, werden dann im Mai/Juni beim School Dance Battle „Abtanzen statt Absaufen” in der Kulturfabrik gezeigt. Im vergangenen Jahr feierten die Schüler bis um fünf Uhr morgens, und das ohne einen Tropfen Alkohol.

Schulen, die daran interessiert, sind, die Show bei sich aufführen zu lassen, können sich bei der AOK unter der Telefonnummer 856-257 melden.

Quelle: RP

 
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