Krefeld: Kannentrick der Stewardess
VON TANJA BUCHHOLZ - zuletzt aktualisiert: 19.11.2008Krefeld (RPO). Sabine Schroeter hat eine Kanne erfunden, mit der man gleichzeitig zwei verschiedene Getränke ausschenken kann. Auf einer Fachmesse bekam sie dafür die Silbermedaille. Die Idee kam der Stewardess im Flieger.
Kaffee oder doch lieber Tee? Diese Frage hat die Stewardess Sabine Schroeter ihren Fluggästen oft gestellt. Und dabei etwas festgestellt: Es ist umständlich, immer zwei Kannen für zwei unterschiedliche Getränke auf dem Servierwagen zu haben. Denn im Flugzeug ist wenig Platz, und es muss schnell gehen.
Da kam der 36-Jährigen die Idee, eine Kanne zu entwickeln, die beides kann: sowohl Kaffee, als auch Tee ausschenken. Mit der Dualkanne machte Schröter auf der internationalen Fachmesse „Iena“ in Nürnberg den zweiten Platz. „Ich bin schon stolz, schließlich war dort eine harte Konkurrenz“, sagt Schröter. Drei Jahre dauerte es, die Idee in die Praxis umzusetzen.
Junge Unternehmerin
Sabine Schroeter hat Germanistik und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert. Sie arbeitet als Stewardess.
Eigene Firma Mittlerweile hat die 36-Jährige ihr eigenes Unternehmen „Plantop“ gegründet.
Preise Für die „Dualkanne“: Silbermedaille auf der Fachmesse Iena, dritter Platz SIGNO Erfinderclub
Eigentlich eine simple Idee
Die weiße Kanne, die aussieht wie ein Wasserkocher, hat zwei Kammern, in die man verschiedene Flüssigkeiten geben kann, zum Beispiel ein Heiß-und ein Kaltgetränk. Mit einem Daumenklick fließt wahlweise das heiße oder kalte Getränk aus dem Ausgussbereich. Mixen ist auch möglich.
„Eigentlich eine total simple Idee“, meint Schroeter. Trotzdem kam noch niemand darauf, das hat die studierte Germanistin genau überprüft: „Als Stewardess kenne ich viele Länder. Aber weder in der Gastronomie noch bei irgendwelchen Fluggesellschaften gab es so eine Kanne.“ Wäre das Produkt schon in Serie, hätte die Erfinderin auf der Erfinder-Messe bereits 150 Abnehmer gefunden.
„Interessant ist das Produkt natürlich für Airlines, die Gastronomie und die Hotellerie. Aber auch für Krankenhäuser und für Privathaushalte“, erklärt Schroeters. Fluggesellschaften, die mit wenig Platz auskommen müssen, könnten durch die Kanne an Gewicht einsparen und bräuchten weniger Behältnisse sparten dadurch Kosten.
Wie teuer das Produkt sein wird, weiß Schroeters noch nicht: „Das ist je nach Design und Bedarf unterschiedlich. Jetzt muss ich erst einmal das Patent anmelden und die Kanne produzieren lassen“, sagt sie. Denn noch hat Schroeters keinen Cent verdient, sondern eine fünfstellige Summe investiert.
Ihre Familie unterstützt sie auch bei der Gründung ihrer eigenen Firma „Plantop“. Falls die Dualkanne den deutschen und vielleicht auch internationalen Markt erobern würde, hätte Schroeter wohl die längste Zeit als Flugbegleiterin gearbeitet.
Nach dem unerwarteten Erfolg auf der Messe ist die erfinderische Stewardess aber optimistisch: „Ich denke, die Kanne verkauft sich, schließlich ist sie bei vielen Branchen einsetzbar. Wenn sich ein Sponsor finden würde, wäre das super“, sagt sie. Die findige Stewardess hat auch schon weitere Ideen im Kopf: Was genau, will sie nicht nicht verraten.
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