Krefeld: Karneval mit dem Obama-Prinzen
VON NATASCHA VERBÜCHELN - zuletzt aktualisiert: 26.01.2009Krefeld (RPO). Proklamation in Hüls: Prinz Jens I. haderte noch mit seinem Narrenruf, befindet sich aber in bester Gesellschaft. Dass man trotz Versprechern beim Debüt was werden kann, macht in Amerika ja gerade jemand vor.
Es ist kurz vor 21 Uhr. Die Stimmung im Saal ist ausgelassen, die Zuschauer singen und schunkeln vergnügt. Jens I. und Monika II. atmen noch einmal tief durch. Die Musik beginnt, dann fällt der Scheinwerfer auf das neue Prinzenpaar von Hüls. Ein Raunen, lauter Jubel und euphorisches Klatschen erfüllen den Raum. "Jetzt ist es endlich raus", sagt Präsident Lukas Hüllbusch. Prinz Jens I. ist bei seinem ersten Narrenruf aber noch ein wenig nervös – er beherrscht den Ruf noch nicht. Kein Problem, denn dass man trotz Versprechern beim Debüt was werden kann, macht in Amerika ja gerade ein gewisser Herr Obama vor.
Geheimnis aus Tradition
Prinzenfamilie
Prinz Jens I. Haußmann ist Vertriebsleiter, spielt gerne Tennis und verbringt seine Freizeit am liebsten mit der Familie.
Prinzessin Monika II., mag es eigentlich nicht, vor Publikum zu reden. Sie spielt Klavier, malt und liest.
Das Paar hat sich vor 20 Jahren beim Karneval im Heinrichsstift in einander verliebt. Inzwischen haben sie drei Kinder: Jonas (14), Noah (12) und Lea (9).
100 Hülser feierten am Samstag im Heinrichsstift die Prinzenproklamation des Sechserrats der katholischen Jugend Hüls. Wer das Prinzenpaar ist, wusste bis dahin niemand – außer Lukas Hüllbusch. Das ist Tradition bei den Hülser Jecken, die 60-jähriges Bestehen feiern. Das Motto: "Die ultimative Karnevalsshow". Die Stimmung im Saal ist entspannt, herzlich und fröhlich. Fußballer schunkeln mit Schotten in Röcken, ein Pilot stößt mit einem Blumenmädchen an und zwei Bauern lachen herzhaft über die Geschichten des neuen Prinzen, dessen Anzugnähte öfters in ungünstigen Momenten reißen.
Die Darsteller sind Hülser, die lustige Geschichten aus dem vergangen Jahr erzählen: Putzfrau Eva, die während der Arbeit über ihren Mann Walter klagt, die Tratschtanten, die das neue Marktcafé in Hüls besuchen, oder zwei kleine Jungen, die Nils Funger alias Rolf Zuckowski über alltägliche Begebenheiten ausfragen: "Warum trägt Norbert Minhorst immer so feinen Zwirn? Warum hat der Kathstede keine Narbe auf der Stirn?" Eine Antwort bekommen sie darauf aber nicht.
Passend zum Motto gibt es eine Chartshow mit Karaokesängern: Ein liebevolles Video, in dem alle Hülser einmal auftauchen. Doch was macht den Charme der Sitzung aus? Die Show ist eine Mischung aus Tanz, Musik und witzigen Seitenhieben. Sie ist jung, frisch, persönlich und originär. Es ist ein Fest von Hülsern über Hüls. Da ist es geradezu sympathisch, dass die "kleinen Jungs" Arndt Thissen und Achim Küsters auf der Bühne über ihre eigenen Witze lachen.
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