Krefeld: Karneval ohne betrunkene Jugendliche
VON TANJA BUCHHOLZ - zuletzt aktualisiert: 27.01.2009Krefeld (RPO). An den närrischen Tagen betrinken sich manche Jugendliche bis zur Besinnungslosigkeit. Das soll beim Rosenmontagszug nicht passieren.
Rolf Kox hofft, dass beim diesjährigen Rosenmontagszug nicht so viele betrunkene Jugendliche am Wegesrand stehen. Der Leiter des Zuges hat Vorsorge getroffen: "Es wird vermehrt Kontrollposten geben, die Polizei und das Jugendamt werden im Einsatz sein und auf alkoholisierte Jugendliche ein Auge haben", sagt Kox. Supermärkte und Kioske wurden bereits informiert: Sie dürfen Jugendlichen nichts Hochprozentiges verkaufen, um "Komasaufen" zu verhindern. Stark betrunkene Jugendliche müssen mit Strafgeldern rechnen. "Wichtig ist, die Jugendlichen im Vorfeld über das Thema Alkoholmissbrauch zu informieren und aufzuklären ", sagt Kox.
Präventivarbeit leisten unter anderem die AOK und die Uerdinger Karnevalisten mit ihrer Aktion "Feiern ohne Reihern". In Schulen wurden T-Shirts und Aufkleber verteilt, um die Gefahren des Alkohols zu verdeutlichen. Auch die AOK sensibilisiert Schüler, ohne oberlehrerhaft sein zu wollen. "Mit erhobenen Zeigefinger etwas zu verbieten, nützt nichts", erklärt Andreas Franke, Marketingleiter der AOK.
Feiern ohne Alkohol
Auch in diesem Jahr läuft die Kampagne "Feiern ohne Reihern". Sie wurde durch den Dachverband des Uerdinger Karnevals und den Karnevals-Zugverein Uerdingen ins Leben gerufen. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Gregor Kathstede übernommen. Die Antialkohohl-Kampagne richtet sich an Schüler im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren. Die Karnevalisten veranstalten eine Party für Jugendliche im Uerdinger Festzelt. Alkoholische Getränke und Zigaretten sind tabu. "Man kann auch Spaß haben ohne Promille im Blut. Das wollen wir vermitteln", sagt Günther Herz vom Karnevalsverein Uerdingen.
"Bürger dürfen nicht wegsehen"
Das Krefelder Prinzenpaar Johannes IX und Martina II möchte für Jugendliche mit gutem Beispiel vorangehen und will keine betrunkenen Karnevalisten auf den Wagen sehen. Wenn ein 11-Jähriger volltrunken auffällt, müssten die Bürger handeln, fordert Johannes Kockers. In den vergangenen Jahren habe der Alkohlmissbrauch unter Jugendlichen zugenommen, das müsse sich künftig ändern: "So etwas rückt den Krefelder Karneval in ein schlechtes Licht".
Beim Rosenmontagszug des vergangenen Jahres wurden bis zum frühen Abend 15 alkoholisierte Jugendliche durch Sanitäter, Polizei und Mitarbeiter des Jugendamtes versorgt. Damals musste ein 17-Jähriger intensivmedizinisch behandelt werden, ein 15-Jähriger hatte bereits um zwölf Uhr mittags 1,6 Promille Alkohol im Blut. Vor allem im Umfeld des Nordbahnhofs kam es zu unschönen Situationen. Zu diesen gehörte zum Beispiel, dass Jugendliche auf den Spielmannszug "Gut Schlag" losgingen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







