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Krefeld: Karneval: Strategie funktioniert

VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012

Krefeld (RP). Die Sicherheitsbilanz von Polizei und Karnevalisten nach Rosenmontag zeigt: Die Krefelder Narren haben diesmal in der City und den Stadtteilen viel umsichtiger gefeiert. Der Friedrichsplatz wird zum Einsatzschwerpunkt.

Weniger alkoholisierte Jugendliche, weniger festgenommene Personen, weniger Glasscherben – Polizeisprecher Wolfgang Weidner und Rosenmontags-Zugleiter Rolf Kox haben gestern eine äußerst positive Bilanz des Rosenmontags in Krefeld gezogen. "Es ist hervorragend gelaufen", sagte Kox unserer Zeitung.

Er glaubt, dass die Präventionsmaßnahmen vergangener Jahre in den Schulen endlich Früchte tragen. "Ich habe den ganzen Zugweg über schon gemerkt, dass es in diesem Jahr vieles besser läuft als zuletzt." Heute will Kox mit den weiteren Einsatzkräften bei einer Pressekonferenz die Erfahrungen detailliert erläutern und mögliche Konsequenzen für kommende Jahre schildern.

Eine Erkenntnis: Insbesondere der Friedrichsplatz sowie die Sternstraße erweisen sich seit Jahren als Problemstraßen im Krefelder Rosenmontagszugs. Kox: "Da endet der Zug, dort sammeln sich viele Karnevalisten, die dort vortrinken." Aus den Erfahrungen der Vorjahre hatten die Organisatoren gelernt, diesmal Wege für die Rettungskräfte mit Absperrgittern freigemacht. "Das hat gewirkt", sagt Kox.

Info

Erfahrung der Wirte

Hilfreich war, dass die Wirte sich an die Empfehlung hielten, keine Getränke in Gläsern auszuschenken. "Absolut sinnvoll", sagte Leo Herwix vom Diebels Fasskeller. Auch Akin Güzel, Inhaber des Bistros Centre Ville am Friedrichsplatz, hielt sich an die Vorgabe. "Bei uns hat es nur einen Zwischenfall gegeben, einem Betrunkenen wollten wir keinen Eintritt gewähren, er hat mehrfach versucht, mit Maske verkleidet einzutreten. Als wir ihn wieder nicht reinließen, hat er eine Scheibe eingeschlagen."

Probleme gab es allerdings wieder einmal mit kleinen Glasfläschchen mit hochprozentigen Alkoholika, die auf den Straßen lagen. Kox plädierte deshalb gestern abermals für ein Glasverbot an Karneval: "Was Düsseldorf und Köln machen, können wir auch." Um ein Verbot umzusetzen, müsste die Stadtverwaltung aber belegen, dass während der Karnevalsumzüge in Krefeld eine "dramatische Gefahrenlage" durch Glasbruch vorliegt.

Durch die diesmal nur geringe Anzahl an Schnittverletzungen – nur ein Fall – bleibt ein Glasverbot für die kommenden Jahre jedoch nun eher unwahrscheinlich. Die Verwaltung hatte zuletzt für die Politiker des Ordnungsausschusses ausgerechnet, dass die Umsetzung des Glasverbotes auf einzelnen Straßenabschnitten in Krefeld und Uerdingen 35 000 Euro kosten würde, da die Stadt externe Sicherheitsdienste beauftragen müsste.

Die Zahlen der Polizei für den Rosenmontag in der City: Zehn Randalierer wurden in Gewahrsam genommen, sieben Personen festgenommen. Am Rande des Zugweges stellten die Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Krefeld bei Kindern oder Jugendlichen insgesamt 37 Liter Alkohol und 20 Liter Bier sicher. 13 alkoholisierte Jugendliche wurden zu einer Sammelstelle gebracht. 20 mal leisteten die Retter Hilfe. Außerdem hatten Randalierer auf dem Theaterplatz zwei Dixie-Klos umgeworfen.

Polizeisprecher Wolfgang Weidner sagte gestern unserer Zeitung: "Wir lernen aus jedem Einsatz für die nächsten Einsätze; diesmal haben viele unserer Maßnahmen gegriffen." Schon für die Züge in Verberg und Uerdingen war die Polizeibilanz positiv ausgefallen, auch in Hüls funktionierte laut Polizei gestern alles reibungslos: "Es gab keine Zwischenfälle."

Polizeisprecher Wolfgang Weidner gestern vor dem Friedrichsplatz – durch neue Absperrungen haben Polizei und Zugleiter das Glasproblem dort zumindest eindämmen können. Foto: Thomas Lammertz
Quelle: RP/rl


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