Krefeld: Karnevalszug: kleiner und teurer
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Krefeld (RP). Für den Zug am Rosenmontag haben sich in diesem Jahr nur 40 Gruppen angemeldet – 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Einer der Gründe ist die verdoppelte Gebühr. Das Festkomitee will über Spendenwagen im Zug nachdenken.
Der Rosenmontagszug wird in diesem Jahr kleiner ausfallen als in der Vergangenheit. Statt 52 Gruppen wie im Vorjahr haben sich für dieses Jahr nur 40 Gruppen beziehungsweise Vereine angemeldet. "Einige ziehen mangels Personal nicht mit, andere ziehen nur alle zwei Jahre mit, wieder andere nehmen nur an ihren Stadtteilzügen teil", sagt Rolf Kox, Zugleiter des Festkomitees Krefelder Karneval (FK).
Natürlich haben einige Vereine auch die Verdoppelung der Teilnahmegebühren von 10 auf 20 Euro für Erwachsene als Grund für ihr Fernbleiben angeführt. Kinder und Jugendliche zahlen wie im vergangenen Jahr zehn Euro. Auch die Gebühr für zehn Euro für jeden Radengel ist seit fünf Jahren gleich geblieben.
Die Erhöhung der Teilnehmergebühren sei unumgänglich gewesen, weil nun das Festkomitee zum Abschluss einer Veranstalter-Haftpflicht- und Unfallversicherung gezwungen sei, erklärt Kox. Der Grund: Bisher hatte die Haftpflichtversicherung der Vereine auch für den Rosenmontagszug ausgereicht. "Nun hatten die Versicherungen die Vereine aber vor die Alternative gestellt, den Beitrag deutlich zu erhöhen oder die Versicherung für den Zug aus deren Haftpflichtversicherung herauszunehmen."
Neben den Kosten für die Versicherungen kommen auf das Festkomitee weitere Ausgaben für zusätzliches Sicherheitspersonal hinzu, das vor allem auf dem brisanten Zugabschnitt Sternstraße/Friedrichsplatz eingesetzt werden muss. Zudem seien die Kosten für die 20 Musikkapellen, die schon im Mai gebucht werden müssen, um 3500 Euro gestiegen. Alles zusammengerechnet, haben sich die Kosten für den Krefelder Rosenmontagszug, die zwischen 90- und 100 000 Euro liegen, in diesem Jahr um rund 12 000 Euro erhöht. Sollte der städtische Zuschuss von 40 000 Euro verringert oder gar ausgesetzt werden, müsse man die Kosten komplett über die Teilnehmergebühren finanzieren, so der Zugleiter.
Der Zugleiter glaubt nicht, dass eine Sammlung von freiwilligen Spenden unter den Zugbeobachtern am Wegesrand etwas bringt. "In Gladbach sind für den rund 450 000 Euro teuren Zug keine 20 000 Euro zusammengekommen." Die Idee, zwei kleine Wagen an den beiden Zugrändern fahren zu lassen, in die die Leute Spendenmünzen werfen könnten, findet er dagegen pfiffig. "Das werde ich dem FK mal vortragen."
Die Zahl der Teilnehmer am Rosenmontagszug liegt jetzt bei 1900 Personen inklusive Kapellen und Radengel, die natürlich keine Teilnehmergebühr zu entrichten haben. Neben den 20 Kapellen werden 14 Fußgruppen, 37 Festwagen und gut fünf Dutzend Pferde teilnehmen.
Wegen der Finanzierung des Zugs im nächsten Jahr hat das Festkomitee bereits Gespräche mit verschiedenen Geschäftsleuten geführt. Kox: "Das sieht nicht ganz schlecht aus."
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