Krefeld: Kaufhof Ostwall schließt
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.03.2009Krefeld (RPO). Der Warenhaus-Konzern Galeria Kaufhof hat am Donnerstag die Schließungspläne mitgeteilt: Vier Filialen in Deutschland sollen zumachen, weil sie unrentabel sind. In Krefeld sind 86 Mitarbeiter betroffen.
Spekuliert worden war in den vergangenen Jahren häufig, jetzt folgte die Hiobsbotschaft. Der Warenhaus-Konzern Galeria Kaufhof hat mitgeteilt, die Kaufhof-Filiale am Ostwall zum 31. Juni 2010 schließen zu wollen. 86 Mitarbeiter sind dort auf 15 000 Quadratmetern Verkaufsfläche beschäftigt. "Auch ich bin von der Schließung überrascht worden", sagte Filial-Geschäftsführer Volker Krips.
Kathstede sucht das Gespräch
Die Pläne sind Teil eines Gesamtpakets. Insgesamt will der Konzern vier seiner 141 Häuser in Deutschland schließen. "Den vier Filialen fehlt langfristig das Potenzial, profitabel zu sein", sagte Kaufhof-Vorstandsvorsitzender Lovro Mandac. Das Problem in Krefeld: In fußläufiger Entfernung gibt es am Neumarkt einen zweiten Kaufhof – in der gehobenen Galeria-Ausstattung. Oberbürgermeister Kathstede hatte sich noch vor wenigen Monaten mit der Geschäftsführung in Köln in Verbindung gesetzt und von dort eigentlich Entwarnung erhalten.
Was macht Edeka?
Nicht nur Kaufhof ist Mieter der Immobilie. In der unteren Etage sitzt der Lebensmittler Edeka. Zuletzt hatte Edeka den Mietvertrag vorläufig nicht verlängert. Auch Edeka wird wohl das Haus verlassen. Fraglich ist nur noch, ob schon Ende 2009 oder mit dem Kaufhof im Juni 2010.
In einem neuen Brief an die Geschäftsführung hat er gestern sofort um ein Gespräch gebeten, um die Perspektiven für den Standort zu erörtern. "Die Stadt Krefeld und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft werden sich für den Traditionsstandort in dieser zentralen Lage einsetzen und bei der Suche nach Lösungen mitwirken", sagte Kathstede.
Kaufhof kündigte an: Ziel sei, sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter zu finden. Die Belegschaft zeigten sich bestürzt. Sie erfuhr zunächst nur über Dritte von der Schließung. Erst gegen Abend wurden sie offiziell unterrichtet. Betriebsrat und Geschäftsführung waren mittags nach Köln gefahren, um sich dort über die Pläne informieren zu lassen.
Für Krefelds Innenstadt bedeutet der Abzug einen herben Rückschlag. "Der Kaufhof am Ostwall ist das Tor zur guten Stube", sagte gestern Joel Smolibowski, Chef des Einzelhandelsverbandes. Besonders die Suche nach einem Nachmieter würde schwierig. "Für die große Verkaufsfläche wird man nur schwer einen Nachmieter finden." Franz-Joseph Greve, Vorsitzender der Werbegemeinschaft: "Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann ich es verstehen, dass Kaufhof hier keine zwei Filialen hält, aus kaufmännischer Sicht ist die Entwicklung für die City eine Katastrophe."
2002 war das ehemalige Horten-Haus mit der vom Architekten Egon Eiermann gestalteten Fassade an Kaufhof übergegangen. Mehrmals ist zuletzt in den Bau investiert worden, 2003 für 750 000 Euro und 2006 noch einmal für 250 000 Euro. Bis Jahresende soll mit dem geplanten Verkaufsprogramm weiter gemacht werden, sagte Krips.
Auswirkungen könnte die Schließung auf die Sanierung der Rolltreppen haben. Zuletzt hatte Volker Krips angemahnt, dass eine Schließung der Unterführung die Existenz des Kaufhofs gefährde.
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