Krefeld: Keine Resolution für Kraftwerksneubau
zuletzt aktualisiert: 10.05.2007Krefeld (RPO). Das hatte sich Angela Schoofs anders vorgestellt. Die SPD-Ratsfrau wollte mit einer Resolution in der Bezirksvertretung Uerdingen dem geplanten Steinkohlekraftwerk im Bayer-Chemiepark noch „eine faire Chance geben“ – und „die Diskussion von Uerdingen aus versachlichen“. Tenor: Die Bezirksvertretung begrüßt das Kohlekraftwerk, will allerdings klare Rahmenbedingungen in der Genehmigung festgeschrieben wissen – zum Beispiel, dass alle Transportwege der benötigten Kohle eingehaust werden und die Betreiber auf Kühltürme verzichten.
Indes: Aus dem Resolutionsentwurf, hinter dem die gesamte Uerdinger SPD-Fraktion stand, wurde nichts. Die Bezirkspolitiker verabschiedeten gestern Abend kein parteiübergreifendes Papier zum Kraftwerksneubau. Bereits vor der öffentlichen Sitzung war die Idee hinter verschlossenen Türen gekippt worden.
Was hat Krefeld vom Kraftwerk?
An der FDP dürfte es nicht gelegen haben. Daniel A. Dick erklärte, er habe sich „sehr gefreut, dass die SPD sich so deutlich artikuliert“. Im Hauptausschuss des Stadtrates hatten die Liberalen als einzige Fraktion den Kraftwerksneubau befürwortet.
Kritische Stimmen zum geplanten Kraftwerksneubau kamen allerdings aus der Uerdinger CDU und von den Grünen. Werner Näser (CDU): „Wir haben bisher auf unsere Fragen von den Chemieparkbetreibern keine Antworten bekommen.“ Seine wichtigste: „Was hat Krefeld von dem Kraftwerksneubau?“ Da werde immer nur gesagt, das sei eine Milliardeninvestition für den Standort. „Aber der Neubau wird europaweit ausgeschrieben. Es werden keine Krefelder Firmen sein, die das Kraftwerk bauen.“
Kritisch äußerten sich auch die Grünen. Wenn die Kohle per Zug komme, sei die im Resolutionsentwurf geforderte Einhausung nicht machbar. Auch der Verzicht auf Kühltürme sei angesichts der Pegelstände des Rheins „gar nicht möglich“ – es sei denn, das Kraftwerk werde zeitweilig abgeschaltet. „Aber damit verringert sich der geringe Wirkungsgrad erneut.“
Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski (CDU) mühte sich in seinem Schlusswort, Gemeinsamkeiten zu finden. „Die Sicherung der Arbeitsplätze ist uns ein Herzensanliegen. Wir werden uns bis ins Detail mit den Fakten auseinandersetzen und die Diskussion ums Kraftwerk hier weiterführen.“
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