Krefeld: Keine Verlierer
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009Krefeld (RPO). Der Bischof muss viel erklären
Proteste gegen die Pläne des Bischofs gibt es nicht nur in Thomas Morus. "Die Unruhe an der Basis ist groß", sagt Regionaldekan Johannes Sczyrba. Die Pfarreien St. Josef (Traar), Christus-König (Verberg), St. Hubertus wollen entgegen dem Bischofsplan gemeinsam mit St. Anna die GdG Nord bilden. Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand von Verberg hätten sich am Montag für ausgesprochen. St. Anna hingegen, die bisher zur GdG Nord gehört will nun in der GdG Nord-West verbleiben. "Wir in St. Anna sind das Hin und Her satt", sagt Regionaldekan Sczyrba, der auch Pfarrer von St. Anna ist. "Jetzt muss der Bischof entscheiden, was geschehen soll."
Für die Sorgen der Gläubigen hat Sczyrba Verständnis: "Das sind Existenzängste." Die Gläubigen, die in ihren Gemeinden zu Hause sind, fürchteten, in großen Verbünden unterzugehen. "Keiner braucht Angst zu haben. Wir dürfen niemanden über den Tisch ziehen", sagt Sczyrba. Entscheidend sei, was vor Ort praktikabel und realisierbar sei.
Viel friedlicher läuft die Zusammenführung der Gemeinden im Krefelder Süden. Georg Weigel, Pfarrer von St. Clemens in Fischeln, erklärte gestern, die Vorschläge des Kooperationsgremiums seien dem Bistum unterbreitet worden. "Wir haben auch schon erste Rückmeldungen aus Aachen. Das sieht alles sehr positiv aus." Die zehn Pfarreien der GdG Süd sollen danach zu drei neuen Pfarren fusioniert werden. Diese wären: Katholische Pfarrgemeinde Krefeld Oppum (St. Karl Borromäus, Hl. Schutzengel, Pax Christi); Krefeld Süd (St. Clemens, St. Martin, St. Johann, Herz Jesu und St. Bonifatius); Lindental/Forstwald (Maria Waldrast und St. Michael).
Hintergründe zu den geplanten Fusionen unter www.rp-online.de/krefeld.
Dass Menschen für ihre Pfarre kämpfen, ehrt sie und müsste den Bischof sogar freuen. Denn es zeigt, dass den Menschen ihre Pfarrkirche, der Pastor und alles, was zu ihrem Gemeindeleben gehört, sehr wichtig ist.
Dass ein Bischof seinen Gemeinden nicht schaden will, aber auch an die Zukunft der Kirche denken muss, wissen auch die Gläubigen. Und angesichts sinkender Priesterzahlen und sinkender Einnahmen bleibt den Kirchen gar nichts übrig, als in größeren Einheiten zu denken. Deshalb ist die Neustrukturierung, die der Bischof einfordert, unumgänglich.
Allerdings hat das Bistum bei der Umsetzung der Pläne ein Kommuniaktionsproblem. Am Dienstag hat der Bischof die Chance, die Kommunikation zu verbessern.
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