Krefeld: KFC: Kein Geld, kein Training
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007Krefeld (RPO). Die Spieler des Fußball-Oberligisten KFC Uerdingen werden ab Morgen nicht mehr trainieren. Grund für ihre Arbeitspause sind Gehaltsrückstände aus den Vormonaten. Sonntag soll aber gespielt werden.
Dem Fußballoberligisten KFC Uerdingen drohen nicht nur das Geld sondern auch die Spieler auszugehen. Nach Informationen der Rheinischen Post hat die Mannschaft nach dem gestrigen Training einstimmig beschlossen, mit sofortiger Wirkung vorerst nicht mehr zu trainieren. Der Verein soll die Novembergehälter noch nicht bezahlt haben. Zudem sollen weitere Beträge, vor allem das Fahrgeld, über einen längeren Zeitraum nicht gezahlt worden sein. Jetzt reagieren die Spieler.
Kein Tankgeld mehr
Ihre Aktion wollen die KFC-Spieler aber nicht als „Streik“ werten, sondern sehen sich zu dieser Maßnahme gezwungen: „Einzelne von uns haben nicht das Geld, das Auto vollzutanken und nach Krefeld zu fahren. Da wollen wir uns als Mannschaft solidarisch zeigen“, sagt ein Spieler. Trainer Aleksandar Ristic sei von der Aktion zwar nicht begeistert, habe gegenüber der Mannschaft aber Verständnis gezeigt, sagte der Spieler.
Bereits im September war bekannt geworden, dass dem Verein eine gravierende Lücke im Etat droht. Seinerzeit soll es fast eine halbe Million Euro gewesen sein; Vorsitzender Ralf Houben räumte bei der Mitgliederversammlung Ende November eine Unterdeckung im Etat von 250 000 Euro ein. Damals hieß es, dass der Verein auf gutem Weg sei, neue Geldgeber zu finden; dies scheint aber erfolglos geblieben zu sein. Verwaltungsratsmitglied Michael Szukala hatte von einem zu erwartenden Betrag von etwa 150 000 Euro über neue Sponsoren gesprochen, so dass im günstigsten Fall die Etatunterdeckung bei etwa 100 000 Euro zum Saisonende liegen würde.
Am Freitag soll es ein Gespräch zwischen Mannschaft und Vorstand gegeben haben. Im Zuge dieser Unterredung habe Vorsitzender Houben angeblich Spielern mitgeteilt, dass sie den Verein in der Winterpause verlassen dürften. Wie die RP zudem erfuhr, liegen mindestens drei Akteuren unterschriftsreife Verträge vor.
Der Spieler äußerte gestern Verständnis. Er betonte, dass die Mannschaft wisse, dass seitens des Vorstandes und Verwaltungsrates alle Hebel in Bewegung gesetzt würden, um weitere Gelder aufzutreiben. „Wir wollen mit dieser Aktion auch nicht gegen den Vorstand protestieren, aber wir müssen auch mal an uns denken. Einige Spieler haben schließlich auch Familie und sind gerade jetzt vor Weihnachten auf das Geld dringend angewiesen.“
Freitag wird wieder trainiert
Am Freitag, zwei Tage vor dem letzten Pflichtspiel in diesem Jahr beim VfB Speldorf, will die Mannschaft wieder trainieren und am Wochenende auch in jedem Fall antreten. „Wir werden uns nicht hängen lassen und werden auch am Sonntag alles geben, um drei Punkte einzufahren. Wir wollen den vierten Platz unbedingt erreichen. Das hat man auch in den letzten Spielen gesehen, dass wir für unser Ziel kämpfen werden.“
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