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Krefeld: Kleine Geschichte der Energie

VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 23.01.2012 - 15:28

Krefeld (RP). Die Heizung, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit etwa 100 Jahren. Viele tausend Jahre haben die Menschen im Winter deshalb gefroren, bis sie entdeckten, wie ihnen warm wird: Sie nahmen einfach ein Feuer mit nach Hause.

Die Zeitreise durch die Geschichte der Energie: das Feuer war die erste und über viele Jahrtausende wichtigste Energie- und Wärmequelle. Wind und Wasserkraft kamen mit der ersten Hochkultur dazu. Erst in den letzten 200 Jahren sind Energiequellen wie Gas, Öl, Atom- oder Sonnenkraft dazugekommen. Foto: klxm

Der Winter bringt nicht nur Schnee mit. Er ist vor allem eines: kalt. Wir Menschen halten es in dieser Kälte nicht lange aus. Und deshalb haben wir es im Winter in unserer Wohnung oder in unserem Haus gerne gemütlich warm. Das funktioniert aber nicht von alleine, das besorgt die Heizung, die es eigentlich in jedem Raum gibt. Man dreht an dem Knauf, und schon wird es warm. Aber diese Heizungen gibt es noch gar nicht so lange. Nur: Wie haben die Menschen denn dann ganz früher ihre Wohnung gewärmt? Denn kalt war es ja schon immer. Darum geht es in der ersten Folge unserer Serie „Energie - für Kinder erklärt“.

Stellen wir uns unsere Ur-Ur-Ur-Ur- Ur-Ur-Großeltern vor, die lange vor unserer Zeit gelebt haben. Nämlich vor 400 000 Jahren. Damals waren die Winter besonders kalt, die Menschen hatten aber noch gar keine dicke Kleidung. Zum Anziehen hatten sie Felle von Tieren, die sie gejagt haben. Und Häuser gab es erst recht nicht. Meistens haben unsere Vorfahren in einer Höhle gelebt. Dort haben sie versucht, sich ein bisschen warm zu halten, wenn es draußen geschneit hat. Eine Heizung gab es nicht. Bis die Menschen die wichtige Entdeckung gemacht haben: das Feuer.

Oft hat es ganz früher ein Gewitter gegeben. Und wenn der Blitz einmal in einen Baum eingeschlagen hat, dann hat es gebrannt. Lange hatten die Menschen Angst vor dem Feuer, weil es so heiß war. Aber dann haben sie gelernt, das Feuer zu benutzen.

Info

Energie - für Kinder erklärt

Die Frage, woher die Menschheit künftig ihre Energie bezieht, gehört zu den existenziellen Zukunftsfragen. Öl ist endlich, Atomkraft hochumstrittem allein wegen des ungelösten Problems der Endlagerung radioaktiver Abfälle. Ob Sonne und Wind Öl, Kohle und Atomkraft ersetzen können, ist technisch noch unklar. Solche Fragen sind allgegenwärtig und treiben auch schon Kinder um.

Wir wollen dieses Thema daher kindgerecht aufarbeiten - mit Texten zum Vorlesen, mit anschaulichen Grafiken, mit spielerischen Elementen und unserem Energiemaskottchen Volti, denn schließlich soll Energie kein Angstthema sein. Es geht darum, zu informieren und für ein Thema zu sensibilisieren.

Es ist auch eine Serie zum Staunen: Allein ein flüchtiger Blick auf die Geschichte der Energie zeigt, wie rasend schnell die Entwicklung in den letzten 200 Jahren gewesen ist - einem verschwindend kleinen Teil der Menschheitsgeschichte, der unsere Erde so nachhaltig verändert hat. Darüber nachzudenken ist auch eine Einladung an Erwachsene.

Die Serie ist in Kooperation mit der Deutschen Bank entstanden; alle Folgen werden Krefelder Kindergärten zugänglich gemacht.

Unsere Vorfahren vor 400 000 Jahren haben nach so einem Gewitter einfach einen brennenden Ast mit in ihre Höhle genommen. Plötzlich wurde es viel wärmer in ihrem Zuhause, sie froren nicht mehr. Schnell haben sie immer mehr Holz gesammelt, damit das Feuer bloß nicht ausgeht. Sonst wäre ihnen wieder kalt geworden. Das brennende Feuer in der Mitte ihrer Höhle war die allererste Heizung, die die Menschen erfunden haben. Das Feuer haben sie übrigens noch zu etwas ganz anderem genutzt: In Töpfen haben unsere Vorfahren damals auch begonnen, sich das Essen über dem offenen Feuer zu kochen. Heute ist das unvorstellbar. Aber damals war dies die erste wichtige Erfindung, die die Menschen gemacht haben.

Das passierte natürlich auch. Und es gab ja auch nicht immer ein Gewitter, wenn man gerade mal Feuer brauchte. Deshalb haben die Menschen lange versucht, selbst Feuer zu machen - und zwar ohne ein Streichholz oder ein Feuerzeug, wie wir es heute kennen. Vor ungefähr 35 000 Jahren hatten unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern eine neue Idee: Sie entdeckten, dass es Funken gibt, wenn man zwei bestimmte Steine aufeinander schlägt. Und aus einem Funken wird schnell ein ganzes Feuer. Genauso funktioniert heute jedes Feuerzeug. Man musste damals nur neben die beiden Steine etwas legen, was schnell brennt. Stroh zum Beispiel oder ganz trockenes Holz. So haben unsere Vorfahren entdeckt, wie sie Feuer selbst machen können. Das war das erste Feuerzeug. Jetzt konnten sie immer, wenn ihnen kalt wurde, die Höhle heizen.

So haben die Menschen viele tausend Jahre geheizt: mit einem offenen Feuer in ihrer Höhle, später in ihrem Haus, noch später in einem Kamin im Haus. Aber Feuer ist auch gefährlich. Wenn man nicht aufgepasst hat, dann fraß sich das Feuer von seinem Platz in der Mitte des Hauses bis zu den Wänden und das Dach. Schnell brannte das ganze Haus. Weil die Menschen früher eben mit Feuer geheizt haben, hat es auch viel öfter gebrannt als heute. Erst viel später, nämlich vor rund 500 Jahren, haben unsere Ur-Ur-Ur-Großeltern das Feuer in einen kleinen „Raum“ im Raum brennen lassen - nämlich in einem Ofen. Der hatte viele Vorteile. Bis zur Heizung, wie wir sie heute kennen, dauerte es noch einmal 400 Jahre - bis zu unseren Ur-Großeltern.

Fotos
Foto: Nik Ebert
Foto: Deutsche Bank
Quelle: url

 
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