Krefeld: Kraftwerk: Bayer-Chefs schreiben Ratsmitgliedern
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007 - 14:26Krefeld (RPO). In einem eindringlichen Brief bitten Bayer-Spitzenvertreter die Ratsherren, das geplante Kraftwerk nicht zu verhindern. „Es geht um die Zukunft des Chemparks Uerdingen, es geht um die Zukunft von cirka 7000 Arbeitsplätzen und über 525 Ausbildungsplätzen“, schreiben Dr. Klaus Schäfer, der Vorsitzender der Geschäftsführung von Bayer Industry Services, und Krefelds Chemieparkleiter Dr. Stefan Dresely. Bayer bräuchte dringend Ersatz für die alten Kraftwerke. Die Alternativen zum Steinkohlekraftwerk seien zu teuer. Ohne die Steinkohle würden die Preise für Strom und Dampf im Chemiepark um 25 bis 90 Prozent steigen.
Morgen entscheidet der Stadtrat über eine Änderung des Bebauungsplans. Dann wäre das 750-Megawatt-Kraftwerk nicht mehr möglich. Dem Brief beigefügt ist ein Fragenkatalog mit zehn Fragen und Antworten zum Kraftwerk. Darin nehmen die Bayer-Chefs auch Stellung zu möglichen Alternativen zum Kraftwerk. Eine Belieferung mit Dampf aus der Müllverbrennungsanlage hätte danach zur Folge, dass in Krefeld doppelt so viel Müll verbrannt werden müsste. Dennoch könnte dann nur die Hälfte des Dampfbedarfs gedeckt werden. Zudem setze dies voraus, dass die alten Müllkessel weiter genutzt würden. Für ein neues Ersatzbrennstoff-Kraftwerk steht laut Bayer in Nordrhein-Westfalen zu wenig Müll zur Verfügung. Dampfbezug aus dem Kraftwerk in Huckingen sei nicht möglich, da das Kraftwerk dafür nicht ausgelegt sei und die im Rhein verlegten alten Rheindüker für Hochdruckdampf nicht geeignet seien.
Schäfer und Dresely erläutern, dass das Kraftwerk mit einer Investitionssumme von mehr als einer Milliarde Euro eine der größten Investitionen in der Geschichte Krefelds sei. Alleine in Wartung und Instandhaltung würden nach Bauabschluss jährlich 25 bis 30 Millionen Euro investiert. Nach den Erfahrungen blieben von dieser Summe rund 50 Prozent bei regionalen, mittelständischen Unternehmen.
Feinstaubbelastung durch das Kraftwerk ist laut Bayer nicht zu fürchten. Selbst im ungünstigsten Fall bliebe die Feinstaubbelastung unterhalb der Nachweisgrenze.
Auch die Krefelder Stadtwerke (SWK) würden laut Bayer von dem Kraftwerk profitieren. Sie wollen insgesamt 150 Megawatt Stromerzeugungskapazität erwerben. Vom Kraftwerkserbauer Trianel würden sie in Krefeld die Leistung für 100 Megawatt abkaufen. Mit bereits vorhandenen Beteiligungen hätten die SWK damit ihr Ziel nahezu erreicht.
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