Krefeld: Kraftwerk: Industrie gibt Zusagen
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 20.12.2008Krefeld (RPO). Der Chempark und der Kraftwerkserbauer Trianel sind bereit, die Forderungen der Politik an das Steinkohlekraftwerk zu erfüllen. Die CDU-Fraktion beriet dies Freitagabend in einer Sondersitzung. Sie sagt nun Ja zum Kraftwerk, wenn die Zusagen vertraglich garantiert werden.
Ein monatelanges Ringen ist beendet. Chempark-Werksleiter Dr. Stefan Dresely und Trianel-Geschäftsführer Martin Hector erklärten gestern vormittag in einer Pressekonferenz, dass sie die Forderungen der Politik an das Kraftwerk erfüllen werden. Wenn jetzt das Genehmigungsverfahren ohne Störungen verläuft, könnte im Jahr 2010 der Bau beginnen. Vier Jahre später würde das Kraftwerk ans Netz gehen. „Das ist ein regionales Konjunkturprogramm“, sagte Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie hatte die Gespräche zwischen Industrie und Politik in den vergangenen Monaten moderiert. Porschen ergänzte: „An eine Investitionssumme von einer Milliarde Euro kann ich mich in Krefeld nicht erinnern. Das Gute: Dieses Konjunkturpaket bezahlt nicht der Steuerzahler, sondern die Unternehmen selbst.“
Die Investition
Erbauer ist die Firma Trianel. In einer Projektgesellschaft vereint Trianel rund 30 kommunale Energieversorger.
Wichtiger Partner Die Stadtwerke Krefeld wollten einen Anteil von ca. 80 Megawatt erwerben.
Die Bezirksregierung prüft die Unterlagen. Die Offenlegung könnte im Frühjahr erfolgen.
Den Bescheid erwartet Trianel für die zweite Jahreshälfte 2009.
Die Zusagen
„Wir werden die alten Kohlekessel abschalten, wenn wir vom neuen Kraftwerk ein Jahr störungsfrei Strom und Dampf bezogen haben“, versprach Dresely. Durch die Abschaltung dieser alten Kessel, 1960 und 1963 erbaut, soll die Luftbelastung reduziert werden.
Kohlelager und -transport werden eingehaust. „Es kommt dadurch nicht zu einer zusätzlichen Belastung der Luft durch den Kohletransport“, erklärte Martin Hector. Diese Einhausung ist bereits Bestandteil des Genehmigungsantrages.
Die Kohle wird per Schiff angeliefert und direkt vom Rheinufer mit geschlossenen Transportbändern zum Kraftwerk transportiert. „Das ist die beste Variante der Anlieferung“, erklärte Dresely. Dazu muss das Hafengelände um 300 Meter nach Norden erweitert werden. Noch ist offen, wer die Einrichtung des Kohleumschlags finanziert.
Das Kraftwerk soll nach neuestem Stand der Technik gebaut werden, versicherte Martin Hector. In Bezug auf die Rauchgasreinigung werde die beste vorhandene Technik eingesetzt. „Wir werden die Grenzwerte deutlich unterschreiten“, versprach Hector.
Der Wirkungsgrad des Kraftwerks soll auf über 60 Prozent gesteigert werden. Dies wird dadurch erreicht, dass noch mehr Dampf ausgekoppelt und Unternehmen des Chemparks zur Verfügung gestellt wird. „Dieser Wirkungsgrad ist für ein Steinkohlekraftwerk ein absoluter Spitzenwert“, erklärte Hector.
„Die Politik hat viele vernünftige Forderungen erhoben. Ich gehe davon aus, dass jetzt keine neuen Forderungen kommen“, erklärte Porschen. Nun habe die Politik die Chance, das Kraftwerk zu realisieren.
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