Krefeld: Krefeld in Tanzlaune
VON HANS DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 06.08.2007Krefeld (RPO). Sie tanzten, aßen, plauderten und waren gut gelaunt: Das 30. Folklorefest war eine würdige Jubiläumsfeier. Und die Freunde des Festes denken schon ans nächste Jahr.
tanzt. Auf dem Platz an der Alten Kirche ist am Vorabend des Folklorefestes wieder öffentliche Tanzstunde und zum Thema „Ungarn und Csardas“ ist der Zuspruch außerordentlich groß. Alpár Jegenyés ist mit seiner Familie aus Emsdetten gekommen und bietet ungarische Spezialitäten aus Töpfen und Kesseln an. Während des ganzen Abends wird die Schlange vor seinem Stand nicht kürzer, die Gulaschsuppe und die Bratwurst, die Langos aus Hefeteig und die süßen Strudel sind so begehrt wie die ungarischen Weine.
Der pure Rhythmus
Auf dem Platz formieren sich derweil die Tanzlustigen zu einem Kreis. Tomas und seine Partnerin Reka müssen nichts erklären, sie führen die Schritte und Figuren vor und animieren zum Mitmachen. Aus Nord-Ost-Ungarn stammt die Musik, die das Ensemble Zengö dazu intoniert. Das ist der pure Rhythmus, Musik in einer Endlosschleife. Man wirft dazu die Beine, klopft sich auf die Schenkel oder geht in die Knie, das fällt im Kreis zuerst noch leicht. Rechts herum, links herum, immer wieder vor und zurück. Tomas wirbelt mit dem Hirtenstock, Reka wirft die Arme hoch.
Bilanz
80 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz, Winfried Kappes von der „Initiative Folklorefest“ ist zufrieden.
Finanzielle Defizite aus den Vorjahren werden wohl ausgeglichen, man blickt optimistisch auf die nächstjährige Veranstaltung, und denkt an eine Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Venlo.
Bald aber werden die Anforderungen größer, die Schritte für die Paare aufwendiger. Man dreht sich, die Dame wechselt die Seiten, und die Schritte werden schneller. Immer wieder wird ein Kreis gebildet, Frauen, Männer und Kinder reihen sich ein, einige steigen auch erschöpft wieder aus.
Zeit zum Erholen
Ohne Pause geht es 40 Minuten lang rund, ein lautes „Ahhh“ von Tanzschülern und Zuschauern ist zu hören, als die Musik abbricht. Zeit zum Erholen, in zwei Konzertblöcken lassen die Musiker hören, zu welcher Musik man sonst noch in Ungarn oder Siebenbürgen tanzt. Und das Tanzpaar zeigt auf der Bühne wie das aussieht, wenn man es schon länger kann.
Zum Abschluss des Abends wird zur zweiten Tanzstunde gebeten. Tomas mit dem Hirtenstock führt die Polonäse an, die Tänzerschlange windet sich in Spiralen über den Platz, bis ein bewegtes Menschenknäuel entsteht. Das ist ein intensives Mitmach-Erlebnis, das ganz ohne Belehrung auskommt, und das mehr auf Spaß an der Bewegung als auf Perfektion abzielt. Mit Bedauern wird nach dem Spät-Nacht-Lied das Ende hingenommen, und schon gleich werden Wünsche nach einer Wiederholung im nächsten Jahr laut. Möglicherweise wird es dann wieder Kulinarisches aus Ungarn geben, für den Tanzabend denkt man an Salsa oder Tarantella. Auf jeden Fall gilt aber auch für das 31. Folklorefest: Krefeld tanzt.
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