Krefeld: Krefeld riecht sich reich
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.09.2007Krefeld (RPO). Die Samt- und Seidenstadt hat einen neuen Duft. Kreiert hat ihn Henkel Fragrance – aus Verbundenheit zur Stadt. Echt dufte! Riechen wir bald alle wie unser Oberbürgermeister? Was ist die kommunale Neugliederung für die Nase? Und kann das Eau de Toilette den Haushalt sanieren?
Was es kostet
Spende Die Firma Henkel Fragrance hat die Kreation der Düfte durch zwei Parfümeure für die Stadt Krefeld gespendet. „Aus Verbundenheit zu unserer Stadt“, wie die Henkel-Fragrance Geschäftsführerin Dr. Dagmar Preis-Amberger betonte.
Preis Man habe trotz der Klasse des Produktes darauf geachtet, im Preis nicht zu hoch zu gehen, bemerkte Kathstede. Viele Krefelder und Krefelderinnen sollen sich das Eau de Toilette kaufen können. 24,95 Euro kostet es.
Es soll Menschen geben, denen stinkt Krefeld. Schon lange! Es soll aber auch Menschen geben, die finden ihre Heimatstadt richtig dufte. Schon immer! Bald wird es sogar Menschen geben, die werden aus Verbundenheit zu ihrer Stadt nach ihr riechen: Denn Krefeld gibt es jetzt als Eau de Toilette. „Krefeld, Stadt wie Samt und Seide“ heißt die feine Note für die Nase, die es ab kommender Woche, zur Eröffnung der Straßenmodenschau, für jeden Krefelder zu kaufen gibt. Ein große Wolke aus Patschuli, Safran, Nelke und Gingko wird sich über unsere Stadt legen, uns benebeln! Und verzücken!
Gestern wurde der neue Duft im Zimmer von Oberbürgermeister Gregor Kathstede vorgestellt. Der bekannte: „Ich werde den Herrenduft jetzt öfter bei Amtsterminen auflegen.“ Wochenlang hatten Gregor Kathstede und Ehefrau Claudia im heimischen Wohnzimmer die Düfte ausprobiert, für Damen und Herren: „Meine Frau war von beiden Varianten ganz verzückt.“
Das Eau de Toilette wurde beim Krefelder Unternehmen Henkel Fragrance kreiert. Zwei Alternativen legten sie dem Krefelder Stadtmarketing vor. Dessen Leiter, Jürgen Jacobs, nahm seine Aufgabe der Auswahl ganz genau. Viele städtische Bediensteten, die in den vergangenen Wochen sein Büro passierten, wurden herein zitiert. Test-Riechen! Die Mehrheit der Stimmen entschied. Gelebte und gerochene Demokratie. Beim Herrenduft „Homme“ war das Ergebnis klar. Beim Damenduft fiel die Entscheidung knapper aus. Auch Jacobs will demnächst mal „Krefeld Homme“ auf seinen Körper sprühen, wenn es mal einen offiziellen Anlass dazu gibt. Vorsicht. Jacobs sollte darauf achten, dass er dann möglichst keinen Amtskollegen aus Hamburg, Berlin oder Köln trifft – die riechen auch schon. Und vor zwei Jahren hat Henkel einen Duft für Uerdingen geschaffen. Vielleicht sollte man nun einmal versuchen, die beiden Wässerchen zusammen zu mischen. Die kommunale Neugliederung für die Nase; zur Stärkung der Verbundenheit von Uerdingen und Krefeld. Das wär’s doch.
Es war die Idee des Oberbürgermeisters, einen Krefelder Duft komponieren zu lassen. Er wollte das „Lebensgefühl der Stadt“ für die Nase festhalten. Im vergangenen Jahr saß er bei der Straßenmodenschau mit einem in Krefeld lebenden Parfumeur der Firma Henkel zusammen. Ralf Bunn schuf das Eau de Toilette für die Dame, das aus „edlen Ingredienzen“ wie indischem Sandelholz, Gingko und Champaka besteht. Allesamt Düfte, die auf der Seidenstraße transportiert wurden. Er habe sich die Farbe Grün vorgestellt, als er den Duft schuf. Weil Krefeld so grün ist. Der Herrenduft soll auch grün riechen. Den schuf Bunns Kollege Werner Faber, ebenfalls ein Profi-Parfumeur. 400 ihrer Art gibt es weltweit, 32 davon leben in Deutschland, sieben davon in Krefeld – es war nur eine Frage der Zeit, bis Krefeld einen Duft bekam.
Zwischen Hunderten von Parfümfläschchen standen gestern Mittag auch Alicia Braja (22) und Yvonne Kosa (23) von der Parfümerie Spülmanns, als ihnen der neue Krefeld-Duft über die Ladentheke gereicht wurde. Das Eau de Toilette für den Mann irritierte bei beiden für einen kurzen Moment die Sinne: „Wenn das ein Mann drauf hätte, würde ich ihm sofort hinterher laufen.“ Alicia Spülmanns war ziemlich aus dem Häuschen. Der Damenduft wirke leicht und dezent, ergänzte Yvonne Kosa. „Und was kostet das?“, wollen sie noch wissen. „24,95 Euro, pro Fläschchen“, teilte der Überbringer des guten Duftes mit. „Okayer Preis“, sagen die beiden.
Das finden auch der Oberbürgermeister und die Mitarbeiter von Henkel. Die Stadt ging bei der Kreation des Parfüms in Vorkasse. „Ein hoher fünfstelliger Betrag“ sei es gewesen, so Jürgen Jacobs. Falls mit dem Duft Gewinn gemacht wird, soll dieser in den städtischen Haushalt fließen. Eine Stadt riecht sich reich. Sowas gibt’s nur in Krefeld.
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