Krefeld: Krefelder Abgeordnete zum Papstbesuch
zuletzt aktualisiert: 22.09.2011Krefeld (RP). Die vier Bundestagsabgeordneten aus Krefeld – Siegmund Ehrmann (SPD); Otto Fricke (FDP), Ansgar Heveling (CDU) und Bernd Scheelen (SPD) werden der Papstrede am Donnerstag im Bundestag beiwohnen – unsicher ist es nur bei Bernd Scheelen, der zugleich Ratsherr in Krefeld ist und heute Abend an der Ratssitzung teilnehmen will, wenn eine Abstimmung ansteht, bei der es auf jede Stimme ankommt.
Generell begrüßen alle vier, dass der Papst im Bundestag spricht; einen Boykott lehnen sie ab. Wir fragten sie, mit welchen Erwartungen sie der Papstrede entgegensehen – hier ihre Antworten:
Siegmund Ehrmann (SPD, evangelisch): "Ich bin gespannt, ob und wie sich der Papst zu den drängenden Fragen unserer Gesellschaft äußert. Der Papst-Rede begegne ich mit dem gebührenden Respekt, messe ihr persönlich aber keine überbordende Bedeutung zu. Gleichwohl ist mir bewusst, dass der Papst-Besuch für viele selbstlos in unserer Gesellschaft engagierte römisch-katholische Christinnen und Christen ein wichtiges Ereignis ist."
Otto Fricke (FDP, evangelisch): "Mit dem Papst redet nicht nur ein Staatsoberhaupt und ein Deutscher, sondern auch ein kluger Kopf, der uns zu Fragen von Werten, aber auch zu dem, was uns in Europa verbindet, viel zu sagen hat. Dabei muss ich nicht alle seine Positionen teilen, aber ihm zuhören sollte man als Parlamentarier auf jeden Fall."
Ansgar Heveling (CDU, katholisch): "Unabhängig davon, dass ich mich als Katholik freue, den Papst zu sehen, glaube ich, dass der Papst den Politikern viele nachdenkenswerte Dinge sagen kann, gerade in einer Zeit, in der die Politik Orientierung sucht. Europa hat christliche Wurzeln; wir stecken in einer Europakrise, und vielleicht hat der Papst dazu ja etwas zu sagen. Ich erhoffe mir auch ein paar Hinweise auf wirtschaftsethische Fragen und darüber, wie Wirtschaft mit Verantwortung einhergeht."
Bernd Scheelen (SPD, evangelisch): "Erst einmal rate ich zu Gelassenheit, wenn es um die Auseinandersetzung mit diesem Besuch geht; natürlich sind wir alle für die Trennung von Staat und Kirche, aber der Papst ist auch Staatsoberhaupt, und warum soll er dann nicht im Bundestag reden?
Ich bin gespannt, ob seine Rede Ansatzpunkte enthält, die in Richtung Ökumene weisen und dafür Impulse gibt. Er gilt ja nicht gerade als der progressivste Papst, den wir hatten."
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