Krefeld: Krefelds Retter des Grand Prix
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 27.05.2008Krefeld (RPO). Was die No Angels können, das können Toni Peeters, Siggi Rose und Aleks Schmidt auch. Zwei Krefelder Schlagersänger würden ihr Land 2009 in Moskau auf internationaler Bühne vertreten. Einer rechnet sogar schon fest mit zwölf Punkten aus Österreich.
Siggi Rose hat einen Traum. Der geht so: Im Frühsommer 2009 steht er auf einer großen Bühne in Moskau und singt beim Eurovision Song Contest seinen Ballermann-Hit „Marleen“. Das Zeug zum Superhit habe der Titel, meint Rose: „Ich bin damit auf Platz 14 der Mallorca-Charts und auf Platz neun der Ballermann-Charts.“ Demnächst wird sich Rose für den Grand Prix 2009 anmelden. „Was die No Angels können, das kann ich auch.“ Roses Vorstoß ist auch eine Tat der Verzweiflung – zu sehr hat er sich geärgert, als er am Samstag den Auftritt der No Angels in Serbien sah.
Größtenteils albern
Kritik an Klamotten
Andreas Jörissen, Sänger der Krefelder Band Krähenfelder, kritisiert die Kleidung der Künstler beim Grand Prix: „Da geht es doch nur noch um knappe Klamotten.“
Eben deshalb will er auch beim Song Contest nicht auftreten. „Wir in knappen Hosen, das sähe nicht aus.“
Der Grand Prix ist längst nicht mehr das Traumziel aller Schlagersänger. Der Krefelder Interpret Toni Peeters, unter anderem Patenonkel von Andrea Bergs Kind, findet die Veranstaltung nur noch lächerlich: „Die Ostblockstaaten wählen sich nur noch gegenseitig. Da haben wir ja überhaupt keine Chance mehr.“ Er kann sich einen Auftritt beim kommenden Grand Prix dennoch gut vorstellen. Er hat sich schon mal beworben und war auf Umwegen mit seinem Lied „Auch für Dich“ erfolgreich. Zum Grand Prix reichte es nicht, dafür packte Sony Music das Lied auf eine CD zum Geburtstag von Harald Juhnke. Für den Grand Prix würde Toni Peeters ein Lied mit viel Melodie schreiben: „Das russische Gewinnerlied gefällt mir nicht. Die Lieder sind mittlerweile sowieso größtenteils albern.“
Vielleicht könnte Andrea Berg den Grand Prix retten. Der Schlagersuperstar aus Krefeld, mittlerweile wohnt sie im süddeutschen Kleinaspach, würde sich aber mit einem solchen Engagement nicht zufrieden geben, glaubt ihr Schlagerkollege Toni Peeters: „Etablierten Künstlern würde ich von einem Grand Prix-Auftritt abraten. Die können nur verlieren.“
Einer, der es versucht hat, ist Aleks Schmidt, der in Hüls wohnte und kürzlich mit Familie nach Gref-rath zog. Vor drei Jahren schrieb er ein Lied für den Grand Prix. „Ein guter Song“, sagt Schmidt. Dennoch erteilte ihm der NDR eine Abfuhr. „Die richtigen Komponisten bekommen doch gar keine echte Chance mehr“, kritisiert der Sänger. Den Traum vom Auftritt auf Europas Schlagerbühne hat er aufgegeben: „Mittlerweile würde ich da nicht mehr auftreten wollen.“
Den Titel der No Angels fanden alle drei Künstler nicht einmal so schlecht, nur die Performance sei nicht gut gewesen. „Vielleicht hatten die Mädels einen schlechten Tag erwischt“, sagt Siggi Rose. In 2009 will er in Moskau gerne einen deutschsprachigen Titel singen. Wo er die Punkte herholen will, weiß er auch schon: „Aus Österreich könnte es zwölf Punkte geben. Da sind meine Lieder in den Charts.“
Bilder vom Song Contest unter www.rp-online.de/krefeld.
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