Krefeld: Krefelds Umweltsorgen
zuletzt aktualisiert: 09.03.2007Krefeld (RPO). Der Hauptausschuss hat gestern den Bau eines Steinkohlekraftwerks abgelehnt. Das war nicht das einzige Umweltthema, das gestern die Krefelder beschäftigte. Der RP-Bericht über den Eisernen Rhein sorgte für Diskussion.
Nein zur Steinkohle
Der Hauptausschuss des Rates hat gegen die Stimmen der FDP den Bau des 800-Megawatt-Kraftwerkes abgelehnt. Gleichzeitig empfahl er, mit den SWK und der Trianel-Gruppe zu verhandeln, dort ein Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) zu bauen.
Wer in Krefeld ein Kohlekraftwerk fordere, habe kein Verständnis für die Klimaproblematik, erklärte Grünen-Ratsherr Rolf Rundmund. SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen sagte, Politik könne nicht Kohlendioxid-Reduzierung fordern, lokal aber anders handeln. FDP-Fraktionschef Joachim Heitman schlug vor, der Einladung der IHK zu einer Denkpause zu folgen. Er erinnerte daran, dass bis vor kurzem Politik und Verwaltung den Bau begrüßt hatten.
Das Kraftwerk
Leistung 750 bis 800 Megawatt, ausreichend für etwa 1,5 Millionen Haushalte
Energiebedarf Bayer insgesamt 600 Megawatt
Vom Kraftwerk wollte Bayer 200 Megawatt und den Dampf beziehen.
Kohlendioxidausstoß rund vier Millionen Tonnen pro Jahr
Uerdingens Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski (CDU) erklärte, es habe keinen Sinneswandel gegeben. Die Fraktion habe sich intensiv beraten. Die Region dürfe nicht noch mehr belastet mit Schadstoffen werden. Ratsherr Jürgen Wettingfeld (CDU) forderte, technische Alternativen eines Steinkohlekraftwerks zu bauen. Krefeld könne Vorreiter einer nachhaltigen Energiepolitik werden.
Baut Trianel jetzt ein kleineres Kraftwerk oder ein GuD? Pressesprecherin Denise Matthèe erklärte, es müsse geklärt werden, ob dies wirtschaftlich betrieben werden kann. Bayer habe nicht ohne Grund einem Steinkohlekraftwerk zugestimmt, da das Unternehmen einen Energiemix wünsche. Zur Frage, wie Bayer reagiert, wenn das Steinkohlekraftwerk nicht kommt, wollte sich Unternehmenssprecherin Kerstin Nacken gestern nicht äußern.
Nein zum Eisernen Rhein
Das in der RP exklusiv vorgestellte Gutachten zum Eisernen Rhein, das NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) in der Schublade hat, sorgte gestern in Krefeld für Gesprächsstoff. Es sieht vor, dass im Stadtgebiet die Güterzuglinie der historischen Trasse folgt. Damit hätten rund 60\x0f000 Bürger unter der Lärmbelastung zu leiden. Mönchengladbach wiederum wäre nur im Norden betroffen.
FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann findet klare Worte: „Krefeld hat die Riesenchance, eine A\x0e.\x0e.\x0e.-Karte zu ziehen!” Die Stadt warte immer so lange, bis das Kind in den Brunnen gefallen sei. Warum weite Teile von Gladbach vom Güterverkehr verschont bleiben sollen, sei nicht nachvollziehbar. „Warum wird für Krefeld keine alternative Strecke gesucht?”, fragt der FDP-Chef. Gut 80\x0e000 Züge pro Jahr will auch OB Gregor Kathstede (CDU) nicht: „Das Gutachten hat mich überrascht.” Der Verwaltungschef bleibt bei seinem Widerstand gegen den Ausbau der historischen Trasse. „Von Bürgern weiß ich, dass diese Strecke heute schon mehr belastet wird. Eine schleichende Hinführung zum Eisernen Rhein sehe ich darin aber nicht.”
Das Gutachten sieht vor, die bestehende Strecke zu modernisieren und mit Lärmschutz zu versehen. „Das ist so gar nicht möglich”, erklärt SPD-Chef Ulrich Hahnen. Insgesamt 16 Kilometer führe die Trasse durchs Stadtgebiet. Doch nur an vier Kilometern sei Lärmschutz baulich möglich. „Die SPD wird sich gegen die Aktivierung der alten Trasse aussprechen.”
Landtagsabgeordneter Peter Kaiser (CDU) will sich heute früh mit NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) treffen, um über den Eisernen Rhein zu sprechen. „Wir werden uns weiter für die Variante entlang der A\x0f40 einsetzen.” Auch Rolf Rundmund (Grüne) plädiert für eine Variante, die Krefeld weniger belastet. „Generell stehen wir aber dazu, dass der Verkehr von der Straße auf die Schienen verlegt werden muss. Allerdings mit hohen Auflagen im Lärmschutzbereich.”
Die IHK begrüßt den Trassen-Vorschlag. IHK-Vizepräsident Wolfgang Stromps lobt: „Dank dieser kürzeren Strecke werden auch die Fahrzeiten kürzer.”
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