Krefeld: Krimitage: Mordsgeschichte um Nordbahnhof
zuletzt aktualisiert: 29.10.2010Krefeld (RPO). Gibt es Väter, die falsch sind? In diesem Krimi sind es vier Männer, die sich für Väter halten, es aber doch nicht sind: "Falsche Väter" heißt wohl deshalb der im Emons Verlag erschienene Kriminalroman von Hermann-Josef Schüren.
Hermann-Josef Schüren, Falsche Väter, Emons Verlag, 9,90 Euro. Lesung bei den Krefelder Krimi-Tagen: 7. November, 19 Uhr, Lokschuppen am Nordbahnhof, Oranierring 91.
Der 1954 geborene Autor ist Niederrheiner. Er war Schüler der Gaesdonck, wurde über Hegels Sprachtheorie promoviert und lebt als Lehrer und Schriftsteller in Aachen. Am Niederrhein, zwischen Spargeldörfern, Schloss Moyland und einer Kiesgrube lässt er seine Mordgeschichte spielen, in der am Ende alle tot sind.
Jedenfalls die vier Männer, die sich das "Kleeblatt" nennen und die ein Geheimnis verbindet. Zuerst wird Anna, eine junge Frau, in einer Hütte im Wald vergewaltigt. Von einem, den sie Onkel nennt. Der Täter ist das erste Todesopfer, wird erschossen und verstümmelt. Ein Kriminalhauptkommissar der Klever Kripo ermittelt, aber auch ein privater Nachforscher, Conrad van de Loo. Er ist, ebenso wie der Autor, Ex-Schüler des ehemaligen Jungeninternats bei Goch.
Neben der sich entwickelnden Story mit den folgenden Morden spielt der Niederrhein als Schauplatz der Handlung eine wichtige Rolle. Krefeld kommt auch vor, im "Nordbahnhof" lässt der Autor Sonja wohnen, die Mutter von Anna.
Wie Sonja in die Vorgeschichte der Mordserie verwickelt war, stellt sich später heraus. Sonja und Anna werden auch noch vom letzten der vier Kumpels in der Hütte gefesselt, und dieser "Rächer" nimmt sich dann nach Harakiri-Art das Leben.
Bis dahin hat sich die anfangs kompliziert erscheinende Geschichte folgerichtig entwickelt, tatsächlich sind auch einige Spannungselemente eingebaut. Als "Niederrhein Bestseller", mit drei Kreuzen und Kopfweiden auf dem Titel, wird dieser Roman vom Verlag angekündigt. Ob er diese vorweg behauptete Karriere machen wird, sollte sich noch erweisen.
Der Niederrhein als Tatort scheint beliebt, die Leser mögen es wohl, sich gleichzeitig zu gruseln und sich ihre Heimatgefühle und Ortskenntnisse bestätigen zu lassen. Dafür ist auch dieses Buch gut, das den Leser nicht belästigt, sondern ihn rätseln und ob der schlimmen Vorgänge über Tod und Leben sinnieren lässt.
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