Krefeld: Kulturhauptstadt Burg Linn
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 01.08.2007Krefeld (RPO). Wenn 2010 das kulturelle Europa auf das Ruhrgebiet blickt, spielt auch die Linner Feste eine Rolle:
Sie ist die besterhaltene Flachlandburg des 13. Jahrhunderts und ein Aushängeschild für Backstein-Bauweise.Ein Mord aus dem 13. Jahrhundert könnte Burg Linn überregionale Beachtung bringen. Die Feste wird 2010 zu einem Nebentatort für die Kulturhauptstadt Ruhr. Die Linner Burg ist die am besten erhaltene, wenn nicht einzige Flachlandburg aus dem 13. Jahrhundert weit und breit. „Und sie war im Besitz des Erzbischofs von Köln“, sagt Museumsdirektor Dr. Christoph Reichmann. Ein wichtiges Indiz. Denn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) plant für das Kulturhauptstadt-Jahr in seinem Museum für Archäologie in Herne eine Ausstellung über eine der reichsten Burgenlandschaften Europas und legt den Schwerpunkt ins aufrührerische 13. Jahrhundert: „AufRuhr! Anno 1225“.
„AufRuhr! Anno 1225“
Verantwortlich Landschaftverband Westfalen-Lippe.
Sonderausstellung über Burgen und das Mittelalter im Ruhrgebiet in Herne.
Museum Burg Linn plant für 2010 eine begleitende Ausstellung und Veranstaltungen.
Die Ermordung Engelberts
„Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Ermordung Engelberts von Köln durch einen weitläufigen Verwandten“, erzählt Reichmann. Der Meuchler hieß Isenburg, wurde für seine Tat hingerichtet – und sein damaliger Wohnsitz, die Isenburg, ist heute nurmehr Ruine. In Linn sollen die Besucher nun einen Eindruck höfischer Lebensart im Mittelalter bekommen. „Hier kann man auch das im 13. Jahrhundert neu aufgekommene Baumaterial sehen: Backstein“, erklärt der Linner Museumschef. Als die Anfrage des LWL kam, hat er nicht gezögert: „Das ist eine tolle Werbung.“
Derzeit arbeitet Reichmann mit seinem Team an einem Konzept für das Projekt Kulturhauptstadt. Das muss die entsprechenden Stellen überzeugen, damit Fördermittel fließen.
Dass Krefeld im Bewusstsein Ortsfremder ins Ruhrgebiet gerückt gerückt würde, sieht Reichmann nicht als Gefahr. Im Gegenteil, er plädiert für mehr Selbstbewusstsein: „Unsere industrielle Kultur ist älter als die des Ruhrgebiets. Die ersten Schwerpunkte setzten Krefeld, Aachen und Elberfeld-Barmen. Aber daraus machen wir viel zu wenig.“ Das Jahr 2010 soll das ändern. Und Reichmann hegt die Hoffnung: „Vielleicht bekommen wir auch endlich das braune Hinweisschild an der Autobahn. Darauf warten wir schon lange.“
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