Krefeld: Kyrill: Ordnung im Chaos?
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 08.02.2007Krefeld (RPO). Manöverkritik der Politik: Hat die Stadt das Chaos im Fall Kyrill gut gemanagt oder nicht? Darüber entbrannte gestern im Verwaltungsausschuss eine heftige Diskussion. „Ja, es wurde angemessen reagiert“, sagte CDU-Fraktionsvize Hans-Josef Ruhland. Die Straßen seien schnell freigeräumt gewesen, die Schulen hätten entscheiden können, ob Unterricht stattfindet oder nicht. „Nein“, sagte SPD-Ratsherr Ernst Schupp. Die Empfehlung der Stadt an die Eltern, ihre Kinder am Freitag nach dem Orkan nicht in die Schulen zu schicken, habe die Schulen nicht oder zu spät erreicht: „Eine konkrete Info, was die Stadt empfiehlt, ist an den Schulen nicht angekommen.“ Ähnliche Kritik äußerte Monika Brinner (Grüne). Bereits einen Tag vor dem Sturm hätte die Stadt informieren sollen, dass am Donnerstag die Schulen früher schließen. Denn besonders berufstätige Eltern müssten sich auf so etwas einstellen können.
Stadtdirektorin Beate Zielke verteidigte das Verhalten der Stadt. Für solche Katastrophenfälle gäbe es eine klare Organisationsstruktur: Die Einsatzleitung liege in Händen der Feuerwehr, die politische Administrative habe der Oberbürgermeister, die Fachbereiche müssten ihre jeweiligen Angelegenheiten regeln. Dies habe auch funktioniert, wobei Zielke im Blick auf die Schulen ein Versagen zugab: Die Meldekette habe nicht funktioniert, eine zuständige Person sei nicht erreichbar gewesen. Deshalb habe die Information nicht alle erreicht.
Bürger könnten sich in solchen Fällen über das Notruftelefon 19700 oder über das Internet informieren, erklärte Zielke.
Um Katastrophenorganisation ging es auch beim Antrag der CDU, eine gemeinsame Leitstelle für Feuerwehr und Polizei einzurichten. Synergieeffekte sind laut Zielke hier nicht zu erwarten. Denn Feuerwehr, Polizei und SWK müssten ihre Einsätze jeweils selber steuern. Für die nächste Sitzung sollen nun Feuerwehrchef Josef Dohmen und Polizeipräsident Dieter Friedrich eingeladen werden, um das Thema zu erörtern.
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