Krefeld: Louisa springt den "Axel"
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 05.02.2011Krefeld (RPO). Samstag beginnt um 12 Uhr in der Rheinlandhalle der Ina-Bauer-Pokal, ein großer Nachwuchswettbewerb im Eiskunstlaufen. Louisa Kori-Lindner startet in der Anfänger-Kategorie. Die Zehnjährige zeigt, wie der Axel funktioniert.
Der Namensgeber ist längst verstorben: Axel Paulsen, am 18. Juli 1855 im heutigen Oslo geboren, 1885 zum "Champion of the World" (bester Wettkämpfer der Welt) gekürt und 1938 gestorben, schrieb im Jahre 1882 in Wien bei den ersten internationalen Eiskunstlaufwettbewerben ein kleines Stückchen Sportgeschichte.
Der Norweger ist der Erfinder des später nach ihm benannten Königssprungs des Eiskunstlaufes, des "Axel", den er 1882 zum ersten Mal zeigte. Bis heute gilt dieser Sprung als einer der schwierigsten im Eiskunstlaufen, und Paulsen stand diesen Sprung sogar auf den etwas längeren Eisschnelllauf-Kufen.
Ina-Bauer-Pokal
Wann? Heute, 5. Februar, zwischen 12 und 20 Uhr
Wo? Rheinlandhalle, Westparkstraße
Von wem? Ausrichter ist der Eissport-Verein Krefeld
Mit wem? An den Start gehen etwa 80 Nachwuchstalente, darunter etwa 30 von den beiden Krefelder Clubs Eissport-Verein und Schlittschuhclub
Zu sehen sein wird der Axel heute auch in Krefeld: in der Rheinlandhalle, bei der 32. Auflage des Ina-Bauer-Pokals, einem Nachwuchswettbewerb für Eiskunstlauftalente, zu dem der Krefelder Eissport-Verein heute ab 12 Uhr rund 80 junge Sportler bittet. Eine von diesen jungen Talenten ist Louisa Kori-Lindner. Die Zehnjährige, die dem Eissport-Verein Krefeld angehört, steht seit sechs Jahren auf den Kufen, die einen Teil ihrer Welt bedeuten, und startet heute in der Anfänger-Kategorie. Und zu ihrer Vorführung zählt unter anderem – der Axel.
Eine Saison trainieren
"Es dauert etwa eine gesamte Wintersaison, bis die Eiskunstläufer den Axel stehen", erzählt Svenja Walter, die Trainerin von Louisa. "Aber wenn dieser Sprung sitzt, dann klappen auch die anderen." Die anderen, das sind zum Beispiel der Salchow (benannt nach dem schwedischen Olympiasieger von 1908, Ulrich Salchow) oder der Rittberger (benannt nach dem in Berlin geborenen erfolgreichsten deutschen Eiskunstläufer der Jahre 1911 bis 1928, Werner Rittberger, der 1975 in Krefeld starb und nach dem eine der Eishallen in Krefeld benannt ist), die mal dreifach oder mal doppelt gesprungen werden.
Aber zurück zum Axel. Louisa nimmt auf dem Eis der Rheinlandhalle einen weiten, bogenförmigen Anlauf. "Für den Anlauf gibt es verschiedene Varianten, je nach der Stärke des Läufers", erläutert Svenja Walter. Louisa wählt die Variante aus dem Lehrbuch: Sie dreht sich um, lehnt sich leicht zurück und läuft dadurch auf der sogenannten Rückwärts-Auswärtskante ihrer Schlittschuhkufen. Dann wirbelt sie herum, stößt sich mit dem linken Bein vom Boden ab, springt in die Luft und dreht sich dabei anderthalbmal linksherum.
"In der Luft muss sie dabei einen Beinwechsel machen", erklärt ihre Trainerin. Will heißen: Louisa muss die Hüfte so drehen, dass sie auf dem rechten Bein rückwärts landet. Das schafft die Zehnjährige auch perfekt, und im Auslauf nach der Landung schwingt sie ihr linkes Bein nach hinten hoch in die Luft. "Klasse", lobt Svenja Walter, und Louisa lächelt. 0,8 Punkte würde sie im Wettbewerb für die ganz normale Ausführung des Axels von den Bewertungsrichtern erhalten, zumindest ist das der sogenannte Basiswert. Misslingt im Sprung etwas, gibt es entsprechend weniger Punkte, gelingt der Sprung besonders gut, verteilen die Juroren entsprechend mehr.
Übrigens: Anno 1882 langte der ausgeführte Axel für Axel Paulsen in Wien nicht zum Sieg: Er wurde seinerzeit nur Dritter hinter den beiden Österreichern Leopold Frey und Eduard Engelmann. Mal sehen, wie weit es Louisa Kori-Lindner heute bringen wird.
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