Krefeld: Luft-Studie: TKN wartet ab
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 30.01.2009Krefeld (RPO). Wer sich vom Auftritt des ThyssenKrupp Nirosta (TKN)-Vertreters vor dem Umweltausschuss überraschende, neue Aussagen zu harten Fakten erhofft hatte, wurde enttäuscht. Bei der gestrigen Ausschuss-Sitzung ging es um die Studie zur Luftbelastung in Stahldorf. Und in dieser seien zu viele Einzelheiten bis jetzt noch unklar, sagte Michael Fitzek von der TKN .
So gehe aus der vorliegenden Fassung der Untersuchung zum Beispiel nicht hervor, ob Chrom und Nickel im Feinstaub in metallischer Form oder in ihrer chemischen Bindungsform als Salze gefunden worden seien. Die Salze seien nämlich sehr viel gesundheitsschädlicher, hieß es.
Im Übrigen, betonte Fitzek, halte TKN alle gesetzlichen Vorgaben ein, beteilige sich am Nachbarschaftsdialog und investiere in Umweltschutz: "Seit 2001 haben wir rund 8,5 Millionen Euro in unsere Anlagen gesteckt." Wenn sich in den kommenden Wochen weitere sinnvolle Vorschläge ergäben, würden sie umgesetzt – sofern sie "von den Behörden mitgetragen werden."
Unzweifelhaft belegt ist durch die Studie, dass die Krefelder von den vier untersuchten Standorten der Stahlindustrie der höchsten Nickel- und Chrombelastung ausgesetzt sind. So wurden 2007 ganze 124,4 Nanogramm Chrom und 63,4 Nanogramm Nickel pro Kubikmeter Stahldorfer Luft gemessen. Orientierungswerte liegen bei 17 beziehungsweise 20 Nanogramm. Klar ist auch, dass Schadstoffbelastung und Erkrankungen wie Allergien in Zusammenhang stehen.
Eine klare Risikobewertung soll es bis Ende März geben. Der Ausschuss will zu einer Sondersitzung zusammentreten, sobald ausführliche Ergebnisse vorliegen.
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