Krefeld: Luximos Kunstgriff
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 16.07.2008Krefeld (RPO). Der Schweizer Investor will zwischen Ostwall und Petersstraße ein Einkaufszentrum bauen – aber nur ein kleines. Zweites Projekt: Will Cassel soll die Fassade der Werkkunstschule komplett bemalen. Ein Abriss ist vom Tisch.
Eine „angemessene“ Lösung soll es sein, sagt Architekt Thorsten Rebbereh. Angemessen heißt in diesem Falle: kleiner. Die Schweizer Luximo-Gruppe will auf drei existierenden Grundstücken am Ostwall die Bebauung durch eine Passage ersetzen, die zur Petersstraße zum Behnisch-Haus führt. Links und rechts des überdachten, etwa 150 bis 200 Meter langen Durchgangs sind Geschäfte geplant. Im ersten Obergeschoss soll ein Fitness-Studio untergebracht werden.
René Voser erklärte für die Schweizer Luximo-Gruppe, es gebe eine Option auf ein weiteres, anschließendes Grundstück, so dass die Passage etwas breiter werden könnte. Von einer großen Lösung, die den gesamten Komplex zwischen Behnisch-Haus, Werkkunstschule und Ostwall zum Einkaufszentrum werden lassen sollte, ist keine Rede mehr. Zu hoch seien die Preise, die die Eigentümer der weiteren Ostwall-Grundstücke verlangten.
Abrisskosten zahlen
Weil Luximo die Werkkunstschule sanieren will, muss das Schweizer Unternehmen zahlen. Laut Vertrag steht der Stadt nun der Betrag zu, den ein Abriss gekostet hätte. Der Kaufpreis der WKS lag bei 700 000 Euro, die Abrisskosten werden im dreistelligen Tausenderbereich liegen.
Für Ostwallpassage und WKS investiert Luximo nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro.
Bauantrag in diesem Jahr
In diesem Jahr will die Gruppe Bauantrag stellen, Baubeginn soll zwischen Juni und August 2009 sein. Ein Jahr später wäre die Passage fertig. Krefelds Baudezernent Thomas Visser geht davon aus, dass es im Planungsausschuss „mit Sicherheit noch eine politische Diskussion geben wird“. Der direkte Zugang vom Ostwall, etwa auf Höhe der Uhr, sei jedoch sinnvoll.
Mit Diskussionen im Ausschuss rechnet Visser auch beim zweiten Projekt der Luximo-Gruppe: Die Schweizer wollen die komplette Fassade der Werkkunstschule bemalen lassen. „Das ist was fürs Herz“, kommentiert Visser. „Das Projekt steht und fällt aber mit der Wirtschaftlichkeit.“ Die Luximo-Gruppe hat den Krefelder Künstler Will Cassel gewonnen, der seine Ideen gestern begeistert vorstellte: Ein Gesamtkunstwerk solle die WKS werden, erklärt der 80-Jährige, der selbst an der Werkkunstschule studiert hat. „Ich werde ein Welttheater machen.“
Cassel plant, die Fassade mit farbigen Szenen zu bemalen. Die Kunst soll sich dann in den Fenstern des Behnisch-Hauses spiegeln. „Ich bin jetzt 80.
Das könnte ein schönes Dokument werden für mein Ende.“ Geplant ist, dass Cassel auch den Eingangsbereich des Gebäudes umgestaltet. Luximo will im September Bauantrag stellen und parallel dazu mit der Vermietung beginnen. Die Stadt allerdings wird nicht zu den künftigen Mietern gehören – zumindest städtische Ämter oder Büros „kommen da nicht rein“, erklärt Visser. Das schließt allerdings nicht aus, dass die Stadt Räume für Touristik-Center oder WFG anmieten könnte. Wegen der WKS hatten Luximo und Stadt sich noch vor wenigen Wochen in den Haaren: Luximo wollte damals die WKS nur dann sanieren, wenn die Stadt sich im Gegenzug verpflichtet, dort Räume zu mieten.
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