Krefeld: Luxuslärm-Sängerin lobt Oslo-Star Lena
zuletzt aktualisiert: 25.05.2010 - 17:35Mit der Ballade „1000 Kilometer bis zum Meer“ schaffte die Band Luxuslärm, die am Donnerstag in der Kufa auftritt, den Durchbruch. Sängerin Janine Meyer (27) spricht im Interview über deutsche Texte und die Flucht vor Schubladen.
Janine, zurzeit spricht fast jeder über Lena Meyer-Landrut und ihre Chancen beim Eurovision Song Contest am Samstag in Oslo. Gefällt Sie dir?
Janine Meyer Ja, weil sie etwas eigenes hat, sie ist individuell. Es gibt zwar Leute, die ihre Art Englisch zu singen furchtbar finden, aber das zeigt nur, dass sie polarisiert, und das ist gut. Wir werden uns das auf jeden Fall angucken.
Ihr habt früher als Coverband von Pink oder den Red Hot Chili Peppers auch auf Englisch gesungen. Jetzt schreibt ihr deutsche Texte. Warum?
Meyer Im Jahr 2006 sind wir dem Produzenten Götz von Sydow begegnet. Er hat uns ermutigt, eigene Songs auf Deutsch zu schreiben. Zu erst waren wir etwas skeptisch nach dem Motto: Da kommt jetzt irgendein Produzent und legt uns etwas vor. Aber die Zusammenarbeit war super. Wir schreiben inzwischen die Texte zusammen. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.
Luxuslärm auf Tour
Mit ihrer „So laut ich kann“-Tour kommen die fünf Iserlohner am Donnerstag in die Kulturfabrik, Dießemer Straße 13.
Einlass 19 Uhr
Beginn 20 Uhr
Tickets Die Karten kosten im Vorverkauf 15 Euro und an der Abendkasse 18 Euro.
Mehr unter www.kulturfabrik-krefeld.de
Ist es leichter, auf Deutsch zu schreiben, weil es die Muttersprache ist? Oder schwerer, weil jeder jedes Wort versteht?
Meyer Beides. Natürlich ist es einfacher, seine Gefühle in der Sprache auszudrücken, die man täglich spricht. Aber im Deutschen besteht auch immer die Gefahr, ins Schlagerhafte abzurutschen, gerade wenn es um Liebe geht. Reime wie „Sonne“ und „Wonne“ kämen mir nicht über die Lippen. Ich bemühe mich, immer so zu schreiben, wie ich auch rede.
Frontfrau und männliche Bandmitglieder im Hintergrund – da kommt in Deutschland schnell der Vergleich mit Bands wie „Wir sind Helden“ oder „Silbermond“ auf. Wie stehst du dazu?
Meyer Deutschland ist nun mal das Land der Schubladen, damit muss man leben. Am Anfang wurden wir ständig mit diesen Bands verglichen. Das ist einerseits schade, weil wir uns als eigenständig sehen. Andererseits macht es eine junge Band aber auch stolz, in einem Atemzug mit solch großen Namen genannt zu werden. Ich ermutige immer jeden, sich einfach ein Konzert von uns anzusehen. Wir hören dann oft, dass die Leute positiv überrascht sind.
Wieso? Was macht eure Liveshow aus?
Meyer Live zu spielen ist der ultimative Test: Entweder du überzeugst, oder du scheiterst. Wir haben uns immer als Liveband verstanden, allein dieses Jahr spielen wir 130 Konzerte. Ich glaube, die Leute merken uns an, dass wir da oben um jeden einzelnen Fan kämpfen, wir wollen jeden überzeugen.
Sprichst du viel mit dem Publikum?
Meyer Ja, die Jungs sagen, manchmal zu viel (lacht). Aber mir ist es oft ein Bedürfnis, dem Publikum zu erklären, wie ein Song entstanden ist und warum. Privat rede ich überhaupt nicht viel. Es ist, als würde ich auf der Bühne einen Schalter umlegen. Dabei bist du, wie deine Bandkollegen, Dozentin an eurer eigenen Musikschule in eurer Heimatstadt Iserlohn.
Wie kam es dazu?
Meyer Unser Trommler Jan Zimmer hat die Schule vor fünf Jahren gegründet, und wir sind alle mit eingestiegen. Jeder unterrichtet sein Instrument, in meinem Fall die Stimme. Es ist zwar stressig, weil wir sonntags bis mittwochs unterrichten und donnerstags bis sonntags touren, aber es macht riesigen Spaß. Außerdem ist es ein sicheres finanzielles Standbein.
Gesa Evers führte das Gespräch.
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