Krefeld: Mädchen schlagen immer häufiger zu
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 18.06.2008Krefeld (RPO). Jede Woche kommt es in Krefeld zu gefährlicher Körperverletzung – durch ein Kind. Schlugen früher fast nur Jungs zu, haben die Mädchen jetzt aufgeholt. Im vergangenen Jahr lag ihr Anteil erstmals bei 50 Prozent.
Es sind alarmierende Zahlen, mit denen sich die Politiker heute Abend im Jugendhilfeausschuss auseinander setzen müssen: Gefährliche Körperverletzung ist mittlerweile das zweithäufigste Delikt von Mädchen unter 14 Jahren. Und auch bei Jugendlichen steigt der Anteil der Mädchen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
Insgesamt lief im vergangenen Jahr gegen mehr als 1300 Jungen und Mädchen zwischen 14 und 18 Jahre ein Strafverfahren – darunter 340 gegen Mädchen. „Der Anteil der Täterinnen betrug somit 35 Prozent“, heißt es in der jetzt vorliegenden Statistik der Jugendgerichtshilfe. „Im Durchschnitt der vergangenen Jahre lag der Anteil der Mädchen jeweils bei etwa 25 Prozent. Hier ist die Tendenz deutlich ansteigend.“
Die Jugendgerichtshilfe will mit einem eigenen „Coolnessprojekt“ für Kinder gegensteuern. „Zudem werden wir gewaltbereite Kinder verstärkt in Gruppen betreuen“, erklärt Norbert Axnick, Abteilungsleiter Jugend bei der Stadtverwaltung.
Bei strafmündigen Jugendlichen sei eine kurze Zeitspanne zwischen Tat und Sanktion sinnvoll. Doch genau da hapert es derzeit. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendgerichtshilfe und Staatsanwaltschaft sei schwierig. „Da gibt es offenkundig von Seiten der Justiz ein personelles Problem“, erklärt Axnick. Er fordert: „Die Schnittstelle zu den Jugendgerichten muss noch einmal abgestimmt werden, weil eine schnellere Verfahrenserledigung unbedingt zu einer wirkungsvollen Umsetzung der Konzeption gehört.“
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