Krefeld: Manege frei für den Zirkus Manege
VON NATASCHA VERBÜCHELN - zuletzt aktualisiert: 13.11.2007 - 19:40Krefeld (RPO). Gestern feierte der Zirkus auf dem Sprödentalplatz Premiere. Wer sich im Zirkuszelt überraschen lassen will, der ist bei den waghalsigen Akrobaten an der richtigen Adresse. Noch bis zum 18. November ist der Zirkus Manege in Krefeld zu sehen.
Welches Kind geht nicht gerne in den Zirkus, freut sich auf die dicken Elefanten, bewundert die glitzernden Kostüme und lacht über die Witze der tollpatschigen Clowns? Das alle gibt es nicht im Zirkus Manege; stattdessen atemberaubende Akrobatik, kletternde Katzen und bunte Beleuchtung. Der Zirkus Manege ist ein Zirkus für Überraschungen.
Auf die muss sich der Besucher einlassen. Dann wird er vielleicht überzeugt. Die internationalen Artisten zeigten gestern bei der Premiere eine flotte und außergewöhnliche Show, ohne Zirkusdirektor und ohne Sand in der Manege. Zu Bestaunen gab es da allerhand: Mit einem Tuch über dem Kopf beispielsweise möchte sicherlich keiner durch die Wohnung laufen – die Sturzgefahr wäre einfach zu groß.
Doch ein Artist der Murat & Company wagte es, 20 Meter über dem Boden auf einem dünnen, wackeligen Seil. Ohne jegliche Sicherung. Langsam setzte der muskulöse Kirgise einen Fuß auf das Seil, mit dem zweiten tastete er den ersten Fuß ab, ging seiner Form nach und setzte ihn dann sicher auf das Seil. Schritt für Schritt schaffte er es ans andere Ende des Seils. Die wenigen Zuschauer waren begeistert und jubelten.
Auch der „Pas de Deux am Trapez“ oder Männer, die kopfüber ein Seil herunterrutschen, waren Überraschungen. Die Show des Zirkus Manege ist eine Mischung aus Schauspiel, Tanz und Akrobatik. Gänzlich stumm und ohne langweiligen Ansagen. Jeder Auftritt perfekt mit Musik, Kostüm und Ausdrucksweise abgerundet. So imitiert ein “Limbo-Dancer“ in einem bunten Federkostüm bei karibischen Klängen einen Paradisvogel, der nicht nur gut tanzen, sondern auch unter eine etwa 30 Zentimeter hohe und brennende Stange durchrobben kann.
Der Zirkus „Manege“ will modern, jung und anders sein. Und Akrobaten in Jeanshosen, spritzige Orchestermusik und ein bisskräftiger Terrier sind sicherlich außergewöhnlich. Doch es gab auch Schwachpunkte: Die nicht mehr ganz so neuen Witze der Clowns, eine fehlerhafte Jonglage und gewagte Akrobatik ohne jegliche Sicherung. Auch um die Zähne des Terriers, der an einem Seil hängend durch die Manege fliegt, sollte man sich Sorgen mache: Wer sich selbst ein Urteil über den Zirkus bilden will, sollte sich beeilen. Denn nach jeder Tournee gibt es ein neues Programm, neue Artisten und neue Musik
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