Krefeld: Marienschule: Jungs erst ab '89
VON OTMAR SPROTHEN - zuletzt aktualisiert: 23.01.2010Krefeld (RPO). Die Marienschule, einziges katholisches Gymnasium Krefelds, feiert 125 Jahre ihres Bestehens. Erfolgreiches Lernen in christlicher Orientierung ist bis heute bei den Eltern gefragt.
Die Marienschule, ein katholisches Gymnasium der Ursulinenkongregation Calvarienberg-Ahrweiler, feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Der damalige Reichskanzler von Bismarck hatte versucht, die Katholiken zu Reichsfeinden zu stempeln, um deren politische Parteienvertretung, das Zentrum, zu schwächen. Diesen Bestrebungen trat in Krefeld ein Kreis um den bekannten Arzt und Zentrumspolitiker Dr. Wilhelm Urfey entgegen, der auf die Gründung katholischer Schulen hinwirkte, um die Jugend zu binden.
Bei einer Konferenz der Krefelder Stadtgeistlichkeit wurde 1884 der Plan zur Gründung der Marienschule gefasst. Am 20. April 1885 begann die Schule an der Hubertusstraße 144 mit sechs Lehrerinnen und jeweils einem Lehrer für Religion und Gesang mit dem Unterricht, für den nur Mädchen zugelassen waren. Zehn Jahre später übernahmen die Ursulinen die Höhere Lehranstalt für Mädchen, die 1909 als erste katholische Schule die staatliche Anerkennung als "Lyzeum" für die Klassen 1 bis 10 erhielt. Schwester Veritas Albers, die Schulreferentin des Ordens, führt dies auf den noch spürbaren Einfluss der Kaiserin Augusta zurück, die eine Vorliebe für das Rheinland pflegte und Bismarcks Verfolgung der Katholiken verabscheute.
Das Festjahr
Sonntag, 31. Januar Offizieller Festakt in der Aula der Marienschule an der Hubertusstraße 144.
April Sternwallfahrt der ganzen Schule zum Altenberger Dom.
Juni Projekttage "125 Jahre Marienschule".
Samstag, 4. September Ehemaligentreffen
Oktober Herbstfest
Samstag, 20. November Großer Schulball im Kolpinghaus Kempen.
Ab 1920 erhielt die Marienschule nach einem Beschluss der Krefelder Stadtverordneten finanzielle Unterstützung. Nach der Aufwertung der Marienschule zum "Oberlyzeum" konnte 1933 die erste Abiturprüfung abgenommen werden.
1936 stuften die Nazis die Schule wieder herab. Es folgten weitere Schikanen bis zur Schließung der Marienschule durch die Nazis im Jahre 1938. Ein Teil der Ursulinen blieb in Krefeld und führte das der Schule angegliederte Internat weiter, andere Schwestern gingen nach Eisenach und betreuten alte Menschen.
Bei dem verheerenden alliierten Bombenangriff auf Krefeld wurde auch das Gebäude der Marienschule zerstört, doch gelang es den Schwestern am 15. Oktober 1945, die Marienschule mit 340 Schülerinnen wieder zu eröffnen. 1954 wurde eine Turnhalle gebaut, der 13 Jahre später der Neubau des längst zu klein gewordenen Schulhauses folgte.
Obwohl die Schulleitung versuchte, durch die Bildung einer reinen Mädchenklasse der Tradition zu folgen, nimmt sie seit 1989 auch Jungen auf. Das Konzept des einzigen katholischen Gymnasiums in Krefeld kommt an, mündige Menschen heranzubilden, die in christlicher Sinnorientierung verantwortungsbewusst handeln.
Heute zählt die Marienschule knapp 1000 Schülerinnen und Schüler, die drei- bis vierzügig unterrichtet werden.
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