Krefeld: McZahn holt Patienten mit dem Bus
zuletzt aktualisiert: 12.04.2007 - 10:00Krefeld (RPO). Die McZahn-Filiale in Krefeld gleicht derzeit dem Ausflugsziel einer Kaffeefahrt. Ganze Busladungen von Auswärtigen werden zum Behnisch-Haus in Krefeld kutschiert. Der Grund: Ein Streit zwischen einem Zahnarzt in Bünde und McZahn in Willich. Der Bünder Zahnarzt wirft dem Willicher Unternehmen vor, den billigen Zahnersatz aus China zurückzuhalten. McZahn-Chef Werner Brandenbusch sagt, der dortige Arzt müsse erst seine Schulden gegenüber McZahn begleichen, ehe er mit Zahnersatz versorgt werde. Leidtragende sind die Kunden. Dass deren Schmerzen im aktuellen Streit nicht allzu groß werden, will McZahn mit Rücksicht auf das eigene Image derzeit tunlichst verhindern. Mit Bussen werden deshalb die Patienten auf Kosten von McZahn in Bünde abgeholt und nach Krefeld gebracht. Dort steht neben Stuttgart die deutschlandweit einzige McZahn-Filiale. Hier werden die Patienten behandelt.
An Bord des Busses ist auch der McZahn-Chef Werner Brandenbusch persönlich. Erwin Pfeifer: „Unser Vorstandssprecher holt derzeit alle Patienten im Bus in Ostwestfalen ab.“ Bereits am Dienstag gab es erste Fuhren von Patienten. Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt im Reisebus. 216 Kilometer sind es von Bünde nach Krefeld. „Es wird kein Dauerzustand bleiben“, sagt Dr. Erwin Pfeifer, Pressesprecher bei McZahn.
Das Unternehmen mit Sitz in Willich, das günstige Zahnimplantate aus China einsetzt, poliert das Image mit einer solchen Maßnahme auf. Der aktuelle Streit zwischen McZahn und dem Franchise-Zahnarzt ist nur einer der Kriegsschauplätze. Weitaus wichtiger ist jene Frage, ob McZahn die Öffnung weiterer Praxen erlaubt wird. Ende März scheiterten die Zulassungsanträge dreier McZahn-Zahnärzte in Uerdingen, Köln und Düsseldorf. In den Zulassungsausschüssen sitzen Vertreter der Krankenkassen und Vertreter der Zahnärzteschaft. Die Zahnärzte aber sind wegen des aktuellen Falls in Bünde sensibilisiert. „Die Expansion ist von uns weiter gewollt“, sagt jedoch Pfeifer.
Vorerst fährt der Vorstandschef Brandenbusch weiter mit dem Bus durch NRW. Am heutigen Donnerstag macht er sich wieder auf nach Ostwestfalen.
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