Krefeld: Meningitis: Besorgte Eltern kritisieren Amt
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Krefeld (RPO). Nach dem Tod einer Schülerin aus Hüls, die offenbar in einem Ferienlager am Möhnesee an Meningitis erkrankte und im Münsteraner Universitätsklinikum starb, ist die Trauer im Krefelder Stadtteil Hüls weiter groß. Am Donnerstag mischten sich darunter aber erste kritische Töne gegen das Krefelder Gesundheitsamt.
Zwei Eltern von Kindern, die an der Ferienfahrt des Hülser SV teilnahmen, meldeten sich gestern bei der Rheinischen Post, weil sie mit der Informationspolitik des Gesundheitsamtes nicht zufrieden sind.
Die Eltern befürchten, dass sich auch ihre Tochter angesteckt haben könnte, weil sie Kontakt zu dem verstorbenen Mädchen hatte: "Beim Gesundheitsamt sind wir aber gestern Morgen mehrfach nur weitergeleitet worden", sagte ein Hülser Vater. Er kritisiert zudem, dass der Info-Zettel, den alle Eltern nach der Rückkehr ihrer Kinder vom Gesundheitsamt erhielten, völlig unzureichend sei. "Da steht nicht mal eine Telefonnummer drauf."
Das Gesundheitsamt ließ gestern über das Presseamt der Stadt Krefeld mitteilen, dass der zuständige Mitarbeiter für eine kurze Zeit nicht erreichbar gewesen sei, weil er sich in einer Konferenz befand.
Für alle besorgten Eltern sei der stellvertretende Amtsleiter Dr. Martin Binder der richtige Ansprechpartner. Seine Telefonnummer lautet: 863523. Hier können sich alle Eltern melden. Die verstorbene 13-Jährige wird am kommenden Dienstag, 9.30 Uhr, in St. Cyriakus Hüls beerdigt. Sie ging auf das Luise-von-Duesberg-Gymnasium in Kempen.
Das Gesundheitsamt der Stadt Krefeld geht noch immer davon aus, dass das Mädchen an Meningitis starb. "Andere Hinweise liegen uns derzeit nicht vor", sagt Stadt-Pressesprecherin Angelika Peters. Heute soll der Leichnam des Mädchens obduziert werden und Aufschluss darüber liefern, warum das Mädchen sterben musste.
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