Krefeld: Meningitis: Schülerin gestorben
VON SEBASTIAN PETERS UND MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 06.08.2009Krefeld (RPO). Die 13-Jährige Teilnehmerin eines Ferienlagers des Hülser SV überlebte die Hirnhautentzündung nicht. Die Ärzte rätseln: Wurde die Krankheit durch ein Virus oder eine bakterielle Infektion ausgelöst?
Große Betroffenheit herrschte gestern in Hüls: Das Mädchen, das in einer Ferienfreizeit des Hülser SV an Meningitis erkrankt war, ist am Dienstagabend gestorben. Die 13-Jährige litt an einer massiven Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns. Der Hülser SV, Organisator des Sommerlagers im Sauerland in der Nähe von Soest, hatte die Ferienfreizeit mit rund 140 Teilnehmern im Alter von acht bis 15 Jahren und 30 Betreuern vorzeitig abgebrochen.
Der Hülser SV gab die Nachricht vom Tod des 13-jährigen Mädchens gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Das Mädchen habe im Lager über Unwohlsein geklagt und sei einem Arzt zur stationären Behandlung vorgestellt worden. "Da sich der Gesundheitszustand des Kindes verschlechterte, die Ursache der Erkrankung nicht bekannt war, wurde es in ein Spezialkrankenhaus nach Münster verlegt", schreibt Marco Janaschek, Pressekoordinator des Hülser Sportvereins. Bei den Eltern der anderen 139 Teilnehmer geht jetzt die Angst um, dass sich weitere Kinder angesteckt haben könnten.
Die Krankheit
Es gibt verschiedene Erreger, die eine Meningitis hervorrufen können. Die häufigsten Ursachen sind Infektionen durch Viren oder Bakterien. Daneben gibt es andere, seltenere Ursachen wie zum Beispiel Pilze oder Parasiten.
http://www.meningitis.de.
Tests verliefen negativ
Zunächst gingen die Ärzte des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Münster davon aus, dass die Erkrankung viral bedingt ist. Die Tests auf virale Infektionen verliefen bisher jedoch allesamt negativ. "Es liegt noch kein endgültiges Ergebnis vor. Ausschließen können wir zum jetzigen Zeitpunkt weder eine virale noch eine bakterielle Infektion", teilte Stadt-Sprecherin Angelika Peters gestern Abend mit. Die durch virale Infektion ausgelöste Meningitis verläuft nach Darstellung vieler Experten milder. Die virusbedingte Meningitis tritt häufiger auf als die bakterielle Meningitis. Hauptsächliche Ursache sind Infektionen durch Flaviviren, wie das durch Zecken übertragbare FSME-Virus – Auslöser der Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME), in deren Verlauf die Entzündung der Hirnhäute auch auf das Gehirn übergreifen kann. Eine durch Bakterien ausgelöste Meningitis kann große Komplikationen mit sich bringen, die bis zum Tod führen können. Sie ist außerdem sehr ansteckend.
Weitere Tests werden jetzt vorgenommen. Womöglich muss der Leichnam des Mädchens dafür sogar obduziert werden. Ein Ergebnis dieser Obduktion wird frühestens am Freitag vorliegen. Die Stadt will die Eltern der übrigen Kinder so schnell wie möglich über die Ergebnisse informieren.
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