Krefeld: Mike Krügers alte Bekannte
zuletzt aktualisiert: 06.12.2010Krefeld (RPO). Seit 35 Jahren blödelt der Mann mit der hohen Stirn und der markanten Nase auf Bühnen, im Fernsehen und in Filmen. Knapp 59 ist Mike Krüger jetzt, und sein Publikum in der Kufa gehört auch mehrheitlich in diese Altersklasse.
Etwa 200 Besucher singen den Refrain von "Mein Gott Walter" (1975) mit, sie erinnern sich genauso gut an den Nippel und die Lasche von 1980 und den Baggerer Bodo (1983). Das Bühnenprogramm heißt "Is' das Kunst oder kann das weg", und gibt ihm Gelegenheit, zwischen Umzugskartons zu agieren, die den Namenszug seines Baumarkt-Werbepartners tragen.
Auf einem Tisch führt er den Lotussitz vor, denn er meditiert, weil das "besser als Nixtun" ist. Seine Scherze haben Frauen zum Ziel, die immer die Wohnung umräumen, das häusliche Wasserbett "Totes Meer" nennen und beim Abbiegen nicht blinken. Männer saufen, besonders bei der Bundeswehr, wofür er Beispiele – "Krügerrandvoll" – anführt. Promikollegen wie Verona, Naddel und Fischer und Matthäus bespöttelt er: "Silberne Hochzeit heißt nicht, 25 mal zu heiraten." Einige Scherze belegen sein gutes Gedächtnis, aber im Publikum freut man sich eben über alte Bekannte. Viele Lieder hat er mitgebracht, singt mal zur Gitarre, mal mit Playback. Ehemalige Schlager dichtet er um, Oma reimt sich auf Koma, und mit roter Baskenmütze mimt er den Franzosen und mit schwarzem Hut den Country-Sänger, der es mit einem Mann mit Holzbein zu tun kriegt.
Alonso lässt er singen "Im Wagen vor mir sitzt Sebastian Vettel" und als Matthias Reim im Lichtgezitter singt er "Verdammt, ich schieb Dich." Aus einem alten Schlager von Jürgen Drews macht er, eine massige Tanzpartnerin besingend, "Wenn die nach vorn fällt". Solche Parodien sind amüsant, und schon in den Zugabenteil gehört die gesungene Behauptung: "Ich steh' nur hier oben, weil es unten zieht." Was zur Hälfte stimmt, denn es ist ungemütlich frisch in der nur halb gefüllten Halle.
Ganz am Ende singt er, den Sinatra-Hit aufgreifend über seine Zipperlein: "Mein linkes Knie tut mir im Mai weh." Bevor die Besucher nach Hause gehen, müssen sie sich von ihren Sitzen erheben, noch applaudierend tun sie das, was auch als "Standing Ovations" für die "Supernase" interpretiert werden kann.
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