Krefeld: Mobbing – Elefant Yheetoo muss gehen
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.07.2008Krefeld (RPO). Im Elefantengehege des Krefelder Zoos ist in den vergangenen Tagen zwischen den Tieren mehrfach heftiger Streit ausgebrochen. Zooarzt Dr. Martin Straube bestätigt: „Ja, wir haben Probleme mit unserer Elefantengruppe. Es gibt ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, weil unser Tier Yheetoo mehrfach angegangen wurde und bereits eine Verletzung davon getragen hat.“ Der Zoo überlegt, Yheetoo abzugeben. Kontakt zum Zoo Belfast wurde bereits aufgenommen. Straube: „Das ist eine wahrscheinliche Option.“
Yheetoo war sehr zugänglich
Yheetoo (28) ist das jüngste Tier im Stall und wird deshalb von den zwei älteren Elefanten, beide 38 Jahre alt, ständig angegriffen. Richtig friedlich sei es in dem Gehege nie zugegangen, sagt Martin Straube. In den vergangenen Wochen aber spitzte sich die Lage zu. Der Zooarzt spricht von regelrechtem „Mobbing“. Zwei mal sei die Kuh sogar in den Graben geworfen worden, während ein Elefantenfuß in der Kette hängen blieb. Zwei Zehnägel hat sich Yheetoo abgerissen, weil sich das Tier mit aller Gewalt von der Kette lösen wollte. Straube: „Die Sache lief glimpflich ab. Yheetoo hätte sich auch einen Fuß abreißen können. Dann hätten wir sie einschläfern müssen.“
Der baldige Abzug der Kuh wirft die Frage der Elefantenhaltung in Krefeld neu auf. Nachdem im vergangenen Jahr Kritik an der Kettenhaltung aufgekommen war, hatte im März der Aufsichtsrat der Zoo GmbH beschlossen, dass das Elefantengehege ausgebaut werden soll – von gegenwärtig 1200 auf 2000 Quadratmeter. Außerdem soll eine vierte Elefantenkuh kommen. Den Umbau wollte sich die Zoo GmbH rund zwei Millionen Euro kosten lassen – Geld, das der Zoo an anderer Stelle ebenfalls dringend braucht. Zooarzt Straube sagt: „Gut möglich, dass nun die Diskussion um die Elefantenhaltung neu losgeht. Aber generell gilt weiterhin der Beschluss des Aufsichtsrates, umzubauen und die vierte Kuh zu holen.“
Zwei neue Kühe?
Möglich sei, dass der Zoo bald zwei neue Kühe besorgt. Möglich sei dann vielleicht sogar die Rückkehr von Yheeto. Eine andere Option lautet: Schließung des Elefantengeheges. Doch das will derzeit kein Politiker laut sagen, weil die Elefanten zu den Frequenzbringern des Zoos gehören.
Dass mit Yheetoo das zugänglichste der drei Tiere den Zoo verlassen muss, stimmt besonders den den Züchter der Elefanten,Wolfgang Nehring, traurig. Straube sagt: „Dass etwas passieren muss, ist uns allen klar. Es gibt aber verschiedene Diskussion darüber, was passieren muss.“ Nach RP-Informationen plädiert Nehring intern dafür, Yheetoo zu halten und das Problem anders zu lösen. Yheetoo ist sein Zugpferd. Auf dem Rücken des Tieres ritten in den vergangenen Jahren viele Kinder durch die Stadt.
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