Krefeld: Mösche feiern 60. mit 800 Jecken
VON NATASCHA VERBÜCHELN - zuletzt aktualisiert: 30.01.2012Krefeld (RP). Mit Schweizer Paradiesvögeln in silbergrauen Glitzerkostümen und akrobatischen Kadetten ohne Rhythmusgefühl begann am Freitagabend die Jubiläumsprunksitzung der Großen Karnevalsgesellschaft Mösche Männekes so, wie sie endete: heiter, bunt und musikalisch.
Die jecken Spatzen haben zu ihrem 60. Geburtstag den mehr als 800 Gästen ein hochkarätiges Programm mit namhaften Künstlern wie "De Räuber", "Ratsherren Unkel" und "Blom on Blömcher" im Seidenweberhaus geboten.
Seinen närrischen Einstand gab Kabarettist Jochen Butz als Eisbrecher des Abends. In einem Zwiegespräch zwischen Mösche und Krähe verulkte er Kommunalpolitiker ("Unter so einem Hahnen oder Butzen möchte ich nicht zu liegen kommen, aber zum Glück ist der Fabel noch dazwischen") und den "blühenden Handel auf dem Theaterplatz: Da läuft immer was – außer der Brunnen." Den Gästen –bunt gemischt vom Smoking bis zum Lumpenkostüm – gefiel es.
Spätestens als der Kölner Parodist "Blom" im Straußenkostüm, Schürzenkleid und durchsichtigen Strumpfhosen über die Bühne hüpfte, hielt es dann keinen der Zuschauer mehr auf den Plätzen. Bis weit nach Mitternacht feierten Mösche und Gäste im Foyer weiter. Mittendrin das junge Prinzenpaar, für die die Prunksitzung der Mösche Männekes ein Heimspiel war: Prinzessin Nina I. ist die Tochter von Sitzungspräsident Ingo Bossers.
Deshalb gab es auch besonders herzliche Worte von den Tollitäten, als sie nach einem mehrere Minuten dauernden Einzug die liebevoll dekorierte Bühne erreichten: "Hier wird Brauchtum mit Herz und Leidenschaft gepflegt. Euch Spatzen gehört unser Herz. Ihr geht mit der Zeit, drum bleibt so, wie ihr seid!" Legendär sind seit Jahren die Geschenke der Mösche Männekes an die Tollitäten. Auch in diesem Jahr gelang mit dem Prinzengeschenk die Überraschung: Tobias I. schaute für einen kurzen Augenblick ungläubig-entsetzt, als Bossers ihn zu einer Mountainbike-Tour in die Berge einlud. Als Rennradfahrer bevorzugt der Prinz eigentlich die flachen Straßen Krefelds. Das aber war den jecken Spatzen zu langweilig.
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