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Krefeld: Mord aus Habgier

VON BIRGIT LAMEYER UND SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009

Krefeld (RPO). Das Urteil gegen den 27-jährigen Krefelder Maxim P. lautet: "lebenslänglich". Im September 2008 hatte er einen Ukrainer an der Gladbacher Straße ermordet. Die Witwe des Opfer beendete den Prozess mit einer großen Geste.

Am Südturmweg in Bucholtwelmen wurde die Leiche gefunden. Maxim P. hat sie mit einem Helfer in einem Waldstück abgelegt. RP-Archiv: m- b. Foto: RPO

Als der Richter das Urteil verlesen hatte, Zeugen und Staatsanwaltschaft schon aufstehen wollten, ergriff die Anwältin der Witwe des Mordopfers plötzlich das Wort: "Bitte gehen Sie noch nicht, meine Mandantin möchte dem Angeklagten eine Bibel schenken." Die 31-jährige Mutter zweier Kinder stand auf, ging quer durch den Gerichtssaal, überreichte dem Mörder ihres Mannes die Heilige Schrift und blickte ihn minutenlang an. Sie redete auf russisch auf ihn ein. Doch der Angeklagte Maxim P., blass, hager, emotionslos, schaute auf den Boden. Einmal blickte er hoch, schien weinen zu wollen, doch Tränen flossen nicht. Das Ende eines Prozesses, der viele Fragezeichen hinterlässt.

Heimtücke und Habgier

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Entschädigung

Haft Mindestens 15 Jahre, so der Richter, werde der Angeklagte im Gefängnis sitzen müssen. Dann müsse ein Sachverständiger prüfen, ob von Maxim P. noch eine Gefahr ausgehe. Er würde 43 Jahre alt sein, wenn er dann das Gefängnis verlässt.

Entschädigung Unklar ist, wie die Familie des Mordopfers entschädigt wird. Der Angeklagte gab an, das Geld verspielt zu haben. Die Anwältin der Witwe will weiter für Entschädigung kämpfen.

Schon die Urteilsverkündung hatte Maxim P. regungslos zur Kenntnis genommen. Der aus Russland stammende 27-jährige Deutsche war angeklagt, im September 2008 einen Ukrainer in Krefeld ermordet zu haben. Die zweite große Strafkammer des Krefelder Landgerichts sprach gestern nach vier Verhandlungstagen das Urteil: lebenslänglich. Der 27-Jährige habe sein Opfer heimtückisch, aus Habgier und zur Ermöglichung einer weiteren Straftat getötet. "Ich bereue die Tat", hatte der Angeklagte in seinem letzten Wort durch seine Übersetzerin verkünden lassen. Doch der Richter entgegnete: "Ihnen fehlt das Entsetzen." Schon am ersten Prozesstag hatte Maxim P. die Tat zugegeben, er könne sich aber an Details nicht erinnern.

Das 37-jährige Mordopfer war am 9. September mit dem Reisebus aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, um hier ein Auto und einen Lastwagen zu kaufen. Dazu kam es nicht mehr. Mit 11 000 Euro im Brustbeutel übernachtete er bei seinem späteren Mörder, der ihm für die Nacht ein Quartier angeboten hatte. Erst am Abend hatten sich die beiden kennen gelernt, gegessen und Alkohol getrunken. Nachdem sich beide hingelegt hatten, ergriff Maxim P., der an der Gladbacher Straße wohnt, ein Küchenmesser und versetzte seinem Opfer einen Stich in den Hals. Die Leiche hatte er mit einem Helfer drei Tage später in einem Asbestsack in einem Waldstück bei Hünxe abgelegt.

Nach Angaben des 27-Jährigen hatte es einen Streit gegeben, weil das Opfer ihm kein Geld für die Übernachtung gegeben habe. Er habe zuerst die Polizei rufen wollen, dann aber den Brustbeutel entdeckt und das Geld genommen. Das Gericht sah dies anders. Ein Sachverständiger erklärte, der Angeklagte sei für sein Handeln voll verantwortlich.

Quelle: RP

 
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