Krefeld: Mr. Boxengasse hilft "Akku"
VON HANS DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 01.12.2010Krefeld (RPO). Formel 1-Reporter Kai Ebel liest aus seinem frisch erschienen Buch. Seine Frau Mila Wiegand zeigt Bilder: Das Paar engagiert sich für die Krefelder Aktion Kunst und Kultur im Unterricht. Sonntag sind beide im Kunsthaus.
Mal nicht vor dem Formel 1-Start mit Mikro hinter den Rennfahrern herlaufend kann man am Sonntag "Mr. Boxengasse" Kai Ebel (46) in Krefeld erleben. "Hier wird es eine Mischung für die Sinne geben – etwas für die Augen und von mir was auf die Ohren", sagt der RTL-Reporter für die Vernissage im Kunsthaus NRW an der Alten Linner Straße voraus.
Ebel, der Sport bis zum Diplom studierte und Mitarbeiter der Mönchengladbacher RP war, will um 17 Uhr aus seinem gerade erschienen Buch "Mr. Boxengasse" einige Episoden vorlesen. Zuvor, um 15 Uhr, wird die Ausstellung mit Bildern von Mila Wiegand (38), seiner in Bukarest geborenen Frau, die er vor anderthalb Jahren heiratete, eröffnet. Sie hat in Düsseldorf Modedesign studiert und malt, seit sie 16 war. Sechs Bilder schafft sie im Jahr, wobei die längste Zeit die Reifung im Kopf und die Entscheidung für ein Motiv beanspruchen.
Sehnsucht nach Freiheit
Sehnsüchte sind es, die sie zur künstlerischen Artikulation antreiben, Sehnsüchte nach Freiheit, die noch während ihres Lebens im Kommunismus gewachsen sind. Sie arbeitet Tag und Nacht bei Rock-Musik im Atelier in Mönchengladbach, wo sie auch mit Kai Ebel lebt. Surreal-fantastische Bilder mit figurativen Motiven, immer in Öl auf Leinwand gemalt, werden zu sehen sein. Darunter ein großes Bild von Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel mit Engelsflügeln hinter seinem Rücken, einem Bullenschädel und einen Totenkopf zur Seite. "Das Bild ist vor dem Weltmeistertitel entstanden", sagt Ebel. Das Foto in seinem Buch, das ihn mit der vom Vettel-Vater zerrissenen Hose zeigt, ist jedoch ganz aktuell, entstand nach dem WM-Gewinn.
Die Lesung aus dem Ebel-Buch und das Vettel-Bild sind noch nicht alles, was am Sonntag sehens- und hörenswert ist. "Ein attraktives, schönes Paket", nennt "Nachbar" Joachim Watzlawik von der Friedenskirche die Veranstaltung. Denn es wird eine Benefiz-Tombola von Kunstwerken geben – ein Bild von Mila Wiegand ist darunter – deren Erlös "Akku", dem Krefelder Förderverein für "Kunst und Kultur im Unterricht" zugute kommt. Für fünf Euro kann also ein Bild "erworben" werden, für das bei Wiegand sonst zwischen 1500 und 30 000 Euro auszulegen sind. "Wir wollen etwas für den Nachwuchs tun, mithelfen, dass er gefördert wird", begründen Malerin und Reporter ihr Engagement für "Akku". Abgerundet wird die Veranstaltung mit Live-Musik der Krefelder "Jackpot Blues Band", bei der Watzlawik am Schlagzeug sitzt. Dafür, dass es ein "bunter Nachmittag" wird, sorgt Ebel. Sicher kommt er im schrillen Outfit, denn er hat einen Ruf als "Moderator mit dem schlechtesten Modegeschmack" zu verlieren.
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