Krefeld: Museumsfreunde: Ende einer Ära
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 29.05.2009Krefeld (RPO). Sie wollen jünger werden und mehr Mitsprache bekommen: Die "Freunde Kunstmuseen Krefeld" stehen vor einschneidenden Veränderungen. Auch personell: Die Vorsitzende Adriane Siempelkamp und ihr Stellvertreter Bernd Heuer werden ihre Ämter aufgeben.
"Wir werden bei den Vorstandswahlen im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren. Nicht, weil wir keine Lust mehr hätten. Wir wollen loslassen, um jüngere Leute nachkommen zu lassen." Adriane Siempelkamp, seit 14 Jahren Vorsitzende der Museumsfreunde, und ihr Stellvertreter Bernd Heuer kündigten bei der Mitgliederversammlung das Ende einer Ära an. Mögliche Nachfolger seien bereits ins Auge gefasst, "aber das entscheiden natürlich nicht wir; der neue Vorstand wird von den Mitgliedern gewählt", erklärt Heuer.
Die Personalie ist die augenfälligste Veränderung bei den Freunden der Kunstmuseen, andere einschneidende sollen folgen. So fordert der Verein, der sich schon heute an Katalogproduktionen beteiligt, den Museumsshop betreibt und das eine oder andere Kunstwerk angekauft hat, mehr Mitsprache von der Stadt. "Es laufen dazu enge Gespräche mit dem Oberbürgermeister, dem Dezernenten und dem Kulturausschuss", berichtet Heuer. Denkbar wäre beispielsweise, dass die Freunde in den Sitzungen des Kulturausschusses mit beraten.
Geschäftsstelle
Gegenwart Von heute an verfügen die Museumsfreunde über eine eigene Geschäftsstelle. Der Sitz: im Kaiser-Wilhelm-Museum, Karlsplatz 35. Inge Thißen steht für Fragen und Anregungen zur Verfügung, betreut auch die von den Museumsfreunden geförderte Internetseite www.kunstmuseenkrefeld.de
Vergangenheit Die Freunde der Kunstmuseen (bis 2008 hießen sie Förderkreis der Krefelder Kunstmuseen) gehen zurück auf den 1883 zum Aufbau des Kaiser-Wilhelm-Museums gegründeten Krefelder Museumsverein. Aus dem entstand 1970 der Krefelder Kunstverein, parallel bildete sich 1983 der Förderkreis.
"Stadt braucht Masterplan Kultur"
90 Mitglieder ist der Verein derzeit stark – im vergangenen Jahr konnten sechs neue gewonnen werden, darunter "Nordbahnhof"-Wirt Viktor Furth und der ehemalige Cargill-Geschäftsführer Dr. Karsten Eberstein.
"Wir haben noch keine Informationen, welche Auswirkungen die Wirtschaftskrise auf den Kulturetat haben wird", sagt Heuer. "Gemeinsam mit der Stadt wollen wir überlegen, wie man mit dem weniger werdenden Geld auskommen kann und wo wir helfen können." Das Vermögen des Vereins liegt derzeit bei knapp einer Million Euro – der wesentliche Anteil sind Kunstwerke zum Buchpreis von 700 000 Euro. "Krefeld braucht einen Masterplan Kultur", fordert Breuer. "Kräfte und Geld müssen gebündelt werden." So soll die Plattform "Kultur macht reich" mit Unterstützung des Marketingausschusses der Stadt Krefeld unter Führung von Eberstein belebt werden. Breuer verweist auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Standortfaktors Kultur. "Die Kreativwirtschaft ist längst ein bedeutender Wirtschaftszweig geworden, hat einen Anteil von drei bis fünf Prozent am Bruttosozialprodukt."
Der "Masterplan Nachwuchs" ist bei den Museumsfreunden bereits fertig. Der Vorstand hat sich angeschaut, was bei anderen Fördervereinen wirkt. In den nächsten Monaten sollen die "Jungen Freunde der Krefelder Kunstmuseen" gegründet werden, sich per E-Mail zu Diskussionen und Besuchen verabreden.
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