Krefeld: Nach Händlerkritik: Königstraße bleibt doch geöffnet
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 28.09.2010 - 17:42Der Luftreinhalteplan ist abgestimmt. Die Bezirksregierung geht auf Vorschläge der Stadt ein. Die Königstraße bleibt für PKW geöffnet, am Südwall ist aber die Einfahrt verboten. Ab 2011 gilt ein Fahrverbot für PKW ohne Plakette.
Seit Dienstag ist der neue Luftreinhalteplan für Krefeld endgültig beschlossen. Die Bezirksregierung geht doch noch auf einen wesentlichen Vorschlag der Krefelder Stadtverwaltung ein: Die Königstraße wird entgegen der ursprünglichen Planung für Autos geöffnet bleiben. Der Luftreinhalteplan tritt am 1. Oktober in Kraft. Die Umweltzone mit dem Verkehrsverbot für Fahrzeuge ohne Plakette und mit roter Plakette wird nach neuem Beschluss zum 1. Januar 2011 eingerichtet, ursprünglich sollte sie ab 15. November 2010 gelten.
Im Juli 2010 hat die Bezirksregierung ihren Entwurf des Luftreinhalteplans erstmals veröffentlicht. Er soll helfen, die Schadstoffbelastung durch Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaubbelastung (PM10) in Krefeld so stark zu senken, dass sie nicht länger gegen EU-Grenzwerte verstößt. Einen Monat lag das 193 Seiten starke Dokument aus. 135 Bürger sendeten Stellungnahmen an die Bezirksregierung, allein 75 richteten sich gegen das Fahrverbot auf der Königstraße. Auf Drängen der Einzelhändler zog die Stadt inzwischen die Reißleine und regte bei der Bezirksregierung an, das Fahrverbot für die Königstraße nicht umzusetzen.
Der Vorschlag war erfolgreich: Die Königstraße bleibt Verkehrsstraße, wird aber für den Durchgangsverkehr vom Südwall her gesperrt. Künftig kann man nicht mehr vom Südwall in die Königstraße einbiegen, um zur St.-Anton-Straße durchzufahren, sondern muss den Weg über den Ostwall und Marktstaße zur Königstraße nehmen. Die Stadt geht davon aus, dass dadurch die Verkehrsbelastung um ein Drittel zurückgeht.
Von den 135 Stellungnahmen zum Luftreinhalteplan bezogen sich weitere 17 auf die Einrichtung der Umweltzone. „Die Hälfte der Bürger begrüßte die Maßnahme, die andere Hälfte lehnte sie ab“, schreibt die Bezirksregierung. Acht Stellungnahmen bezogen sich auf die einzelnen Lkw-Durchfahrtverbote. Auch diese wurden mehrheitlich abgelehnt. Sieben weitere Stellungnahmen hatten die Ablehnung der Maßnahme der temporären Einbahnstraßenregelung im Krefelder Hafen zum Inhalt.
Am Mittwoch will die Stadt in einer Pressekonferenz zu den Plänen der Bezirksregierung Stellung nehmen.
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