Krefeld: Nach vier Gutachten wird Stadtpalais saniert
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 20.11.2008Krefeld (RPO). In Sachen Schimmelpilzbefall im Souterrain des Stadtpalais hielten Grüne und SPD der Verwaltung angesichts der im Oktober 2004 erstmals festgestellten Feuchtigkeitsschäden vor, sie habe ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern verletzt (Stefanie Mälzer), zumindest aber nicht die nötige Sorgfalt walten lassen (Hans Butzen).
„Es hat keine Gesundheitsgefährdung vorgelegen“, konterte Stadtdirektorin Beate Zielke am Mittwoch im Verwaltungsausschuss.
Sie habe nach dem ersten Gutachten (Juli 05), das keine Gesundheitsgefährdung festgestellt hatte, die empfohlenen Trocknungsgeräte aufstellen lassen. Auch ein zweites (Dezember 05) und drittes Gutachten (Dezember 06) hatten keinen Handlungsbedarf gesehen. Ein Zusammenhang zwischen dem Gebäude und zwei Fällen von Kieferkrebserkrankungen, von denen eine tödlich endete, hat ein viertes Gutachten „so gut wie ausgeschlossen“.
Dennoch wurde das Souterrain leergezogen. – Die Stadt wird auch auf den Kosten des fünften Gutachtens sitzenbleiben, mit dem die Stadt die laufenden Sanierungsmaßnahmen durch den Vermieter gegen die Gefahr einer erneuten Pilzbildung begleiten lässt.
Überrascht zeigten sich die Oppositionsfraktionen, dass sich die Vorlage bezüglich der Firma CC Umwelt im Rheinhafen so lese, als habe es nach fünf Großbränden auf dem Gelände nie ein Problem gegeben. Im Umweltausschuss Ende Oktober habe es noch geheißen, dass die Feuerwehreinsatzpläne überarbeitet werden sollten und eine verbindliche Rückmeldung von der CCU noch ausstehe. Außerdem bemängelten die beiden Fraktionen, dass die Wehr immer noch auf den Sicherheitsdienst der Firma warten müsse, um in einem Brandfall nach 17 Uhr gewaltfrei auf das Gelände zu kommen.
Feuerwehrchef Josef Dohmen erklärte, dass die Einsatzpläne derzeit an den aktuellen Stand angepasst würden. Die Firma sei kooperativ; die der Feuerwehr jetzt zur Verfügung stehenden Pläne seien durchaus aussagekräftig und einsatztaktisch hilfreich. Eine unkontrollierte Brandausbreitung sei mittels mobiler Modulwände an den Halden behoben. Der gewaltfreie Zugang auf das Gelände nach 17 Uhr werde bis Ende dieses Jahres ermöglicht.
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