Rosenmontagszug: Narren: OB ist "Harry Potter vom Niederrhein"
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 20:14Rosenmontagszug (RPO). Trotz eisiger Kälte säumten 150.000 Zuschauer den Weg des Rosenmontagszuges durch Krefeld. Allein der Karnevalszug hatte 2500 Teilnehmer. Fußgruppen und Motto-Wagen nahmen auch Themen der Lokalpolitik aufs Korn.
Es war das Motiv des Tages: Oberbürgermeister Gregor Kathstede zaubert als „Harry Potter vom Niederrhein” eine neue Turmhaube für die Dionysius-Kirche aus dem Hut und zwinkert dabei kräftig mit einem Auge.
Der Motto-Wagen der GKG Oraniendorf spielt auf den Streit um den „anonymen Großspender” zur Rettung der Dio-Spitze an, den Kathstede im Wahlkampf ins Spiel gebracht hatte. Nach der Wahl stellte sich heraus, dass der Spender die Sparkassenstiftung war; die SPD spricht seitdem von einer Wahlkampflüge.
Nun also die närrische Deutung des Geschehens: Gregor Harry Kathstede zaubert die Dio-Spitze aus dem Hut. 150 000 Zuschauer sahen gestern trotz eisiger Kälte zu, wie sich die Karnevalisten solcher und anderer Themen im Rosenmontagszug annahmen.
Kathstede selbst demonstrierte Gelassenheit, als er den Wagen am Rathaus zu kommentieren hatte: Wenn der Kopf der Figur, die ihn darstellt, nicht so groß wäre, würde er ihn sich ins Wohnzimmer stellen, sagte der CDU-Politiker über die Figur, die ihn darstellte, und ergänzte, es wäre schön, wenn man Geld einfach herbeizaubern könnte.
Auch den anderen starken Mann in der CDU, Fraktionschef Wilfrid Fabel, nahmen die Narren aufs Korn: Der Fischelner Freundeskreis ging als Herde schwarzer Schafe: „Kennen Sie Shaun das FABELhafte schwarze Schaf” die Buchstaben zu Fabel waren geschwärzt. Anspielung auf das Comic-Schaf Shaun (sprich: schon) und natürlich auf den Fraktionschef, der seit Jahrzehnten Strippenzieher in der Krefelder Politik ist.
Dem drohenden Klimawandel konnte die Jecke Coyoten KG auch Gutes abgewinnen: „Das Klima ist ein Hin und Her/ Krefeld liegt schon bald am Meer” ein Satz, der Zug-Kommentator Kathstede hoffen ließ, dass dann vielleicht mehr Touristen nach Krefeld kommen. Klimakunde eigener Art betrieben die Fidele Jröine Jonges Inrath als Fußgruppe mit Gießkanne auf dem Kopf: „Wenn et reäjent, hät de Jitschkann Fierooewend”, wenn es regnet, hat die Gießkanne Feierabend.
Auf den Sinn von Knöllchen und Bußgeldern machte sich die Fußgruppe vom „Stammtisch Die 80-10-10´er” einen närrischen Reim: Nutznießer soll die historische Schluff-Bahn sein. „Mit den Bußgeldern im Säckchen/ fährt er jeden Tag sein Streckchen”, hieß es über den Schluff.
Die Debatte, ob die Grotenburg-Kampfbahn einer Zoo-Erweiterung weichen müsste, machte der Wagen der Minister zum Thema. „Platz da! Wir kommen”, prangte auf dem Motto-Wagen zu sehen war ein Zoo-Affe als Baggerfahrer, der auf die Kampfbahn zurollt.
Auch KFC-Star Ailton, der mit der Mannschaft auf dem Karnevalsbus der Rheinischen Post feierte, nahmen sich die Narren zur Brust. Die KG Mösche Männekes nannten ihren Wagen „ KFC ein Sommermärchen” zu sehen war der Kopf des brasilianischen Fußball-Profis, der als Blitz aus einer Wolke erscheint.
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