Krefeld: Neue Feuerwache: Politik bemängelt „Stillstand“
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 13.06.2007Krefeld (RPO). „Die Wache an der Florastraßé ist so marode – die Feuerwehr müsste aus Sicherheitsgründen eigentlich ihren eigenen Laden schließen.“ Paul Hoffmann (FDP) fand gestern klare Worte – und Mitstreiter aus allen Fraktionen: Hans Butzen (SPD) sprach von einem „erbarmungswerten Zustand der Wache“, Hans-Jürgen Brockers (CDU) erklärte, da sei man sich über die Fraktionsgrenzen hinweg einig und bedauerte ausdrücklich, „dass so viele Jahre ins Land gezogen sind“, ohne dass es konkrete Vorschläge für einen neuen Standort gebe.
Wo soll die neue Wache hin? „Die Frage steht seit langem auf der Tagesordnung der Krefelder Politik“, konstatierte Joachim C. Heitmann und hatte die Verwaltung um einen schriftlichen Bericht gebeten. Den legte der Beigeordnete Thomas Visser zwar nicht vor, erläuterte aber auch, weshalb. „Wir sind bei verschiedenen Standorten in verschiedenen Gesprächen“ – über Genaueres in öffentlicher Sitzung zu reden, sei unprofessionell, da sonst die Kosten fürs Grundstück in die Höhe getrieben würden.
„Grundsätzlich ist es so, dass die Feuerwache ein Gelände von 20 000 Quadratmetern zentral in Krefeld benötigt – das finden Sie nicht mal eben um die Ecke.“ Visser erklärte, der schlechte Zustand der Feuerwache an der Florastraße sei ihm bekannt. „Der Zustand ist unzumutbar, nur durch die handwerkliche Kunst der Feuerwehrmitarbeiter kann die Funktionstüchtigkeit aufrecht erhalten werden.“
Zugleich wies er Vorwürfe zurück, die Verwaltung habe in den vergangenen Jahren nichts getan. „Es wurden mehrere Bodenuntersuchungen durchgeführt.“
Das war insbesondere den Mitgliedern der SPD-Fraktion zu unkonkret. Hans Butzen fragte andeutungsweise nach der Eignung des Geländes der demnächst fortziehenden Absatzzentrale, Fraktionschef Ulrich Hahnen wollte wissen, ob möglicherweise auf dem stadteigenen Klinikgelände Platz für die Feuerwache sei. „Jede weitere Wortmeldung lässt den Preis fürs Grundstück um 100 000 Euro steigen“, jammerte Ordnungsdezernentin Beate Zielke. Visser will nun den Politikern die Hintergründe unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einem interfraktionellem Gespräch erläutern.
Möglicherweise wird die neue Feuerwehrwache die erste „bunte“ Leitstelle in Nordrhein-Westfalen, in der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst nach niederländischem Vorbild gemeinsam Dienst tun. Dafür setzt sich jedenfalls Peter Kaiser (CDU) ein. NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) hat jedoch bereits erklärt, dass das Land das finanziell nicht fördern würde.
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