Krefeld: Niederländische Touristen beleben die City
VON DOMINIC GILARDONE - zuletzt aktualisiert: 14.12.2009Krefeld (RPO). Zahlreiche Niederländer besuchten am verkaufsoffenen Sonntag die Seidenstadt. Busseweise kamen sie aus Venlo und Roermond. Krefeld hatte sich auf die Nachbarn eingestellt – mit niederländischer Polizeiunterstützung.
Der verkaufsoffene Sonntag hat die Kunden scharenweise in die Innenstadt gelockt – darunter waren überraschend viele Shopping-Touristen. "Neben vielen Krefeldern fanden auch zahlreiche Kunden aus dem Umland und aus den Niederlanden ihren Weg nach Krefeld", bilanzierte am Ende des Tages Franz-Joseph Greve von der Werbegemeinschaft.
Für den Einzelhandel war es ein gutes Verkaufswochenende. Die Innenstadt war am Sonntag schon kurz nach Ladenöffnung um 13 Uhr gut gefüllt. Bis in den späten Abend liefen die Fußgänger auf der Hochstraße dicht gedrängt.
Stapelweise lagen die Stadtpläne in der Touristeninformation im Schwanenmarkt aus. Stadt-Mitarbeiterin Mandy Engler hat sie bereit gelegt. Die Niederländer nahmen den Service dankend an. Loek van Logchem (61) kommt genau einmal im Jahr nach Krefeld.
Bilanz der Händler
Die Krefelder Werbegemeinschaft ist zufrieden mit dem verkaufsoffenen Sonntag: "Perfektes Adventswetter, hervorragende Stimmung unter den Besuchern, gute Bedingungen für erfolgreichen Handel", erklärte gestern Franz-Joseph Greve, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Krefeld. Am Ende wurden Umsätze auf Vorjahresniveau oder leicht darüber erzielt.
Rund 50 Shopping-Touristen hat der Busfahrer in diesem Jahr zum verkaufsoffenen Sonntag nach Krefeld gefahren. "Meine Fahrgäste mögen Krefeld sehr", erzählt van Logchem. "Den kleinen Weihnachtsmarkt und die Geschäfte finden sie gemütlicher als die in anderen Städten." Auch Andy de Hoon und Sonja Hartog aus Utrecht genossen gestern ihren Einkaufsbummel durch Krefeld. De Hoon: "Wir wollten uns den Weihnachtsmarkt anschauen. Dass die Geschäfte geöffnet haben, wussten wir nicht. Eine tolle Sache."
Einfaches "Dank je wel" hilft
Den Geschäftsführer des Krefelder Einzelhandelsverbands, Joel Smolibowski, freut, dass der Strom der Shopping-Touristen nicht nur von Krefeld nach Roermond und Venlo sondern auch in umgekehrter Richtung fließt. Er findet es zudem wenig verwunderlich: "Krefeld hat viel zu bieten." Die Einzelhändler der Innenstadt täten viel dafür, dass der Standort für niederländische Touristen auch in Zukunft reizvoll bleibt. Smolibowski: "Ein einfaches "Dank je wel" am Ladentresen kann schon helfen, dass sich die Niederländer zu Hause fühlen."
Hajo Greve, Geschäftsführer des Modehauses Greve, ist ähnlicher Meinung. Er sieht im niederländischen Grenzgebiet großes Potenzial. Für den verkaufsoffenen Sonntag hat sich das Modehaus daher etwas Besonderes einfallen lassen. Eine Schneemaschine sorgte für weißes Flockentreiben und winterliche Atmosphäre rund um das Modehaus.
Greve schätzt seine niederländische Kundschaft sehr: "Wir haben schon jetzt viele Stammkunden aus Roermond, Venlo und sogar Maastricht. Der verkaufsoffene Sonntag und die Krefelder Samstage helfen uns dabei, dort Neukunden zu gewinnen." Er ist jedoch der Überzeugung, der Krefelder Einzelhandel sollte sich im Grenzgebiet noch stärker präsentieren.
Dass sich die niederländischen Touristen zu Hause fühlen, dazu trugen auch Collin van t'Hof und Peter Reijnierse bei. Die beiden Beamten von der Politie Zeeland unterstützten gestern ihre deutschen Kollegen in der Krefelder Innenstadt. Van t'Hof: "Viele meiner Landsleute sind verblüfft, wenn sie mich sehen und freuen sich, wenn ich für sie übersetzen kann."
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