Krefeld: Noch attraktiver machen! Pluspunkt: Platzcharakter
zuletzt aktualisiert: 08.12.2006Krefeld (RPO). Laut einer „Focus“-Studie lieben die Deutschen Weihnachten. 61 Prozent hängen einen Adventskalender auf, 66 Prozent schmücken ihre Fenster, 74 Prozent haben einen Adventskranz. All das wird nur noch von einer weiteren Weihnachtsaktivität überstrahlt: 82 Prozent der Deutschen besuchen vor dem Fest einen Weihnachtsmarkt.
Da braucht sich Krefeld nicht zu verstecken. Die Buden sind hübsch mit Tannengrün und Lichtern geschmückt, die Platzierung rund um St. Dionysius freut Geschäftsleute und Besucher gleichermaßen. Es gibt Karussells für die Kinder, es gibt mehr als genug zu essen und zu trinken – und es gibt keine Buden mit Handy-Oberschalen, Spülbürsten oder anderem Ramsch.
Wer je die Weihnachtsmärkte in Mönchengladbach oder Duisburg gesehen hat, weiß, wie schön der Krefelder ist. Allerdings: Auf Dauer kann es keine Lösung sein, immer erst nach Mönchengladbach fahren zu müssen, um den Krefelder Weihnachtsmarkt schön zu finden.
Auffällig ist, dass dort, wo nichts zu essen verkauft wird, sehr wenig los ist. Dabei sind es genau diese Stände, die fürs Weihnachtsflair sorgen könnten. Ein Weihnachtsmarkt ist nun mal mehr als ein Biergarten im Dezember. Warum also nicht ein paar Kunsthandwerker subventionieren, die demonstrieren, wie die Handwerkskunst entsteht? Warum nicht die Zusammenarbeit mit Krefelder Vereinen weiter ausbauen, die Kindern mehr bieten als die ewig gleichen Karussels? Warum nicht dafür sorgen, dass mit einer Eislaufbahn der Weihnachtsmarkt auch bei Jugendlichen attraktiver wird?
Und nicht zuletzt: Vielleicht lohnt es sich auch für die Krefelder Geschäftswelt, sich im nächsten Jahr bei dem Weihnachtsmarkt vor ihrer Haustür stärker zu engagieren? MARTIN RÖSE
Das Konzept des Krefelder Weihnachtsmarktes unterscheidet sich meines Erachtens nach deutlich von vielen anderen Märkten in der Region. Denn bei uns gibt es keine Vervielfältigung der Stände mit gleichem Angebot, nur um den Markt zu vergrößern! Anstatt solche Anbieter mit ihren Häuschen in irgendeine Ecke zu stellen, nehme ich sie lieber nicht mit auf. Schon um den beim Publikum beliebten Platzcharakter weiter aufrecht zu erhalten.
Ein weiterer wichtiger Faktor des Konzeptes ist, dass der Weihnachtsmarkt weiter in der Innenstadt bleibt. So kann für die Leute nach dem Bummel durch die Stadt der Weihnachtsmarkt noch zu einem gemütlichen Treffpunkt mit Glühwein und heißem Kakao werden.
Die Laufkundschaft würde wegfallen, wenn wir den Markt nach außerhalb verlegen. Auch das Weihnachtshaus stellt in Krefeld eine Besonderheit dar. Hier gibt es jede Menge unterschiedliche Programmpunkte für jede Altersklasse, und es ist gleichzeitig ein heimeliger Ort, um sich vom Weihnachtstrubel auszuruhen. Übrigens bieten von 63 Ständen nur 17 Prozent Gastronomie an. Auch das ist eher ein Seltenheitsfall und unterscheidet sich erheblich von den Weihnachtsmärkten in der Region.
Bis zum 23. Dezember ist der Weihnachtsmarkt mit über 60 Ständen täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Programminfos gibt es unter www.weihnachtsmarkt.krefeld.de oder beim Stadtmarketing unter Telefon 86 15 07.
VERENA TOMASIK
Die Autorin ist für die Organisation des Krefelder Weihnachtsmarktes zuständig.
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