Krefeld: NPD: Brennpunkt Bahnhof
VON FRANK VOLLMER - zuletzt aktualisiert: 12.07.2007Krefeld (RPO). Am 21. Juli will die NPD durch Krefeld marschieren. Zwei Gegendemonstrationen sind angemeldet. Die Zugwege sind bereits geplant. Demnach kämen sich die Kundgebungen am Hauptbahnhof sehr nahe – eine Herausforderung für die Polizei.
Auflagen für die NPD
Mit 200 bis 300 Teilnehmern rechnet die NPD laut ihrer Anmeldung. Das Gegenbündnis hofft auf 1000 Demonstranten, die dritte Demo auf 150 Protestler.
Die Anmeldebestätigung hat die Polizei an enge Auflagen geknüpft. Verboten sind unter anderem Springerstiefel, Bomberjacken, Marschieren im Gleichschritt, Fackeln, Trommeln und NS-Codes wie „HH“ (für „Heil Hitler“). Alkohol ist ebenfalls tabu.
Rund um den Krefelder Hauptbahnhof könnte es brenzlig werden am 21. Juli. Denn die geplanten Zugwege der NPD-Demonstration und der Gegenkundgebung des Bürgerbündnisses „Krefelder für Toleranz und Demokratie“ kommen sich dort besonders nahe. Unsere Grafik zeigt die Routen. Dass sich die Züge im Süden der Innenstadt ins Gehege geraten könnten, beunruhigt Albert Koolen, den Anmelder der Gegendemo, allerdings nicht weiter: „Ob es zu Auseinandersetzungen kommt, ist weniger die Frage als die, ob die NPD unter diesen Bedingungen überhaupt marschiert“, sagt Koolen.
Dass es rund um den Bahnhof keine Krawalle gibt, das dürfte die Hauptherausforderung für die Krefelder Polizei sein. „Die Gruppen werden sich ziemlich nahekommen, bis auf Sichtweite“, sagt Polizeisprecher Dietmar Greger: „Ein unmittelbares Aufeinandertreffen werden wir aber verhindern.“
Verwirrung stiftet seit einigen Tagen die dritte Demonstration: Unter dem Motto „Nie wieder Faschismus“ hat der Moerser Grünen-Ratsherr Philipp Küpperbusch eine weitere Gegenkundgebung angemeldet. Küpperbusch, 24 Jahre alt und bei den Grünen vor allem in der Antifaschismus-Arbeit tätig, sagte unserer Zeitung, die Organisatoren der dritten Demo seien der Ansicht, das vielfältige Aktionsbündnis verschleiere tiefere Konflikte und diene nur dazu, das „schlechte Gewissen“ der Bürgerschaft zu beruhigen. Die zweite Gegenkundgebung solle vor allem von Jugendlichen getragen werden. Auf keinen Fall wolle man Randale: Das sei nach den Geschehnissen in Rostock während des G 8-Gipfels wichtig.
Wie die Marschroute der dritten Demo aussehen wird, ist noch unklar. Küpperbusch hat zwar in seiner Anmeldung per E-Mail eine Wunschroute angegeben, die unter anderem einen Zwischenstopp an der Alten Synagoge vorsieht. „Dagegen werden wir aber Einspruch erheben, weil der Zug einen der anderen Wege schneiden würde“, kündigt Dietmar Greger an. Heute um 14 Uhr treffen sich Polizei und Organisatoren. Dann sollen Einzelheiten geklärt werden.
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