Krefeld: NPD: Mit Büro aus der Anonymität
zuletzt aktualisiert: 12.01.2008Krefeld (RPO). Im Rahmen der Demonstration gegen die Einrichtung eines NPD-Parteibüros in Krefeld, zu der etwa 400 Teilnehmer am Donnerstag in die Josefskirche gekommen waren, sprach der Journalist Jürgen Peters vom Antirassistischen Bildungsforum Rheinland über die NPD als rechtsextremer Partei in der Bundesrepublik.
Als Partei sei sie nicht leicht anzugreifen, da sie die Netzwerktechniken linksextremer Organisationen nachahme. Ein 38 Quadratmeter umfassendes Büro in einem Haus an der Krefelder Lindenstraße sei auf den ersten Blick für den Außenstehenden nichts Dramatisches, doch damit trete die Partei aus der Anonymität heraus.
Anders als bei Auftritten im Internet, kann man dieses Büro besuchen, man trifft Leute und kann Szeneartikel kaufen. „Wo es diese Büros gibt, werden sie mehr“, sagt Peters, der die gesamte Neonazi-Scene in NRW beobachtet.
NRW sei Entwicklungsland für die Rechtsextremen. Ganze 750 Mitglieder zähle die Partei landesweit. Der gerade wieder reaktivierte Krefelder NPD-Ableger bestehe aus einer Handvoll junger Leute, die allerdings selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten, da sie Unterstützung aus dem Aachener Raum, dem Ruhrgebiet und sogar den Niederlanden erhielten. Hauptziel sei zunächst, bei Wahlen die Grenze eines Stimmenanteils von einem Prozent zu überschreiten, von der ab eine staatliche Wahlkampfkostenerstattung gewährt wird.
Eine Partei, die ständig auf der Hut sein müsse verboten zu werden, wirke zu farblos auf viele Jugendliche. Diese schlössen sich lieber in den rechtsradikalen Kameradschaften zusammen, von denen es in NRW rund 200 gibt. Daneben werben zahllose rechtsradikale Bands um die Jugend. Der Einfluss der Musik hat das äußere Auftreten der Rechtsextremen uneindeutiger werden lassen. Modische Codes werden ohne Scheu gemischt, und so sind neben schwarz gekleideten Glatzen Langhaarige mit Che-Guevara-Hemd und Piercing nichts Ungewöhnliches.
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